Makuladegeneration 2026: ICD-10 H35.3 + IVOM + Lucentis/Eylea + Therapie

Makuladegeneration 2026: ICD-10 H35.3, IVOM-Therapie und Sozialleistungen

Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist in Deutschland die häufigste Ursache für eine schwere Sehbehinderung im Alter. Schätzungen des Berufsverbands der Augenärzte (BVA) gehen davon aus, dass rund 7 Millionen Menschen in Deutschland Frühformen der AMD aufweisen und etwa 1,7 Millionen an einer behandlungsbedürftigen Form erkrankt sind. Die feuchte (exsudative) Form lässt sich heute mit der intravitrealen operativen Medikamenteneingabe (IVOM) behandeln — einer Therapie, die in den letzten zehn Jahren die Prognose der Erkrankung grundlegend verändert hat. In der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-10-GM, DIMDI 2026) wird die Makuladegeneration unter dem Code H35.3 geführt. Die Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen richtet sich nach § 27 SGB V (Krankenbehandlung); bei dauerhafter Seheinschränkung kommt ein Schwerbehinderten-Verfahren nach § 152 SGB IX in Betracht.

Was ist die Makuladegeneration?

Die Makula lutea („gelber Fleck“) ist die Stelle des schärfsten Sehens auf der Netzhaut. Bei einer Makuladegeneration wird dieser Bereich geschädigt — die Folge sind verzerrtes Sehen, ein dunkler Fleck im Zentrum des Gesichtsfelds und im fortgeschrittenen Stadium der Verlust der Lesefähigkeit. Das periphere Sehen bleibt in der Regel erhalten, sodass eine vollständige Erblindung im klassischen Sinne selten ist.

Man unterscheidet zwei Hauptformen:

  • Trockene (atrophe) Makuladegeneration: schleichender Verlauf über Jahre, ca. 85 % der Fälle. Sie entsteht durch Ablagerungen (Drusen) unter der Netzhaut und durch das Absterben von Netzhautzellen.
  • Feuchte (exsudative) Makuladegeneration: seltener, aber aggressiver. Es wachsen krankhafte Blutgefäße unter die Netzhaut (chorioidale Neovaskularisationen), die Flüssigkeit und Blut austreten lassen und die Makula schnell zerstören können. Unbehandelt kann die feuchte AMD innerhalb weniger Monate zu einer schweren Sehbehinderung führen — sie ist aber heute behandelbar.

Du bemerkst die Erkrankung häufig zuerst beim Lesen: Buchstaben wirken verzerrt, gerade Linien verbiegen sich, im Zentrum erscheint ein verschwommener oder dunkler Bereich. Eine einfache Selbstprüfung ist der Amsler-Gitter-Test: ein quadratisches Linienraster, das Du mit jedem Auge einzeln betrachtest. Wenn die Linien wellig oder unterbrochen wirken, ist eine zeitnahe augenärztliche Untersuchung notwendig. Der Amsler-Gitter-Test ersetzt keine Diagnostik, ist aber ein wertvoller Frühwarn-Test, den Du zu Hause regelmäßig durchführen kannst.

ICD-10 H35.3 — die Codes der Makuladegeneration

Die ICD-10-Klassifikation führt die Makuladegeneration unter dem Code H35.3 mit folgenden Sub-Codes:

  • H35.30 Alterungsbedingte (senile) Makuladegeneration, nicht näher bezeichnet — altersbezogene Form ohne weitere Spezifikation.
  • H35.31 Trockene altersabhängige Makuladegeneration — atrophe Form, ohne Hinweis auf Neovaskularisation.
  • H35.32 Feuchte altersabhängige Makuladegeneration — exsudative Form mit chorioidaler Neovaskularisation.
  • H35.33 Sonstige Makuladegeneration — sekundäre Formen (z. B. myope Makuladegeneration, juvenile Formen).
  • H35.38 Sonstige Makuladegeneration, nicht näher bezeichnet.
  • H35.39 Makuladegeneration, nicht näher bezeichnet — Sammelcode, der bei dokumentierter Diagnose vermieden werden sollte.

Diese Differenzierung ist nicht nur medizinisch relevant. Sie entscheidet darüber, welche Therapie in Frage kommt (IVOM nur bei der feuchten Form) und ist Grundlage für die sozialmedizinische Begutachtung beim Versorgungsamt nach § 152 SGB IX.

IVOM — intravitreale operative Medikamenteneingabe

Die IVOM (intravitreale operative Medikamenteneingabe, auch „intravitreale Injektion“) ist die Standardtherapie der feuchten Makuladegeneration. Dabei wird ein Medikament direkt in den Glaskörper des Auges (Corpus vitreum) injiziert — in örtlicher Betäubung, ambulant, beim Augenarzt oder in einer Augenklinik. Die Injektion hemmt den Wachstumsfaktor VEGF (vascular endothelial growth factor), der die krankhaften Blutgefäße unter der Netzhaut antreibt.

Wie eine IVOM abläuft

Eine IVOM-Sitzung dauert insgesamt etwa 15 bis 30 Minuten. Der eigentliche Injektionsvorgang ist kurz — die Vorbereitung (Augendruck-Messung, Pupillen-Erweiterung, Desinfektion, örtliche Betäubung) nimmt mehr Zeit in Anspruch als der Einstich selbst. Das Medikament wird mit einer sehr feinen Nadel seitlich durch die Lederhaut (Sklera) in den Glaskörper gespritzt. Du spürst dabei in der Regel einen leichten Druck, aber keinen Schmerz.

Nach der Injektion kann das Auge etwas gereizt sein und Du siehst für einige Stunden „Schlieren“ oder Bläschen. Am Folgetag wird das Auge kontrolliert. Du erhältst außerdem Anweisungen, bei welchen Symptomen Du Dich sofort melden solltest — etwa bei starker Schmerzhaftigkeit, Sehverschlechterung oder Rötung (Verdacht auf eine schwere Infektion, Endophthalmitis).

Die Behandlung erfolgt nach einem festen Schema: anfangs drei Injektionen im Abstand von vier Wochen (Upload-Phase), danach regelmäßige Kontrollen und weitere Injektionen je nach Befund (Erhaltungsphase). Bei vielen Patientinnen und Patienten sind über mehrere Jahre wiederholte IVOMs notwendig, um das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten.

Lucentis, Eylea und weitere Wirkstoffe

In Deutschland sind mehrere VEGF-Hemmer für die IVOM-Therapie zugelassen. Welcher Wirkstoff konkret eingesetzt wird, entscheidet die Augenärztin oder der Augenarzt auf Grundlage des Befundes, der Verträglichkeit und der Zulassung. Die wichtigsten Wirkstoffe im Überblick:

  • Ranibizumab (Handelsname Lucentis) — der erste zugelassene VEGF-Hemmer für die feuchte AMD. Zugelassen seit 2007 in der EU. Hemmt alle wesentlichen VEGF-Varianten.
  • Aflibercept (Handelsname Eylea) — ein Fusionsprotein, das VEGF-A, VEGF-B und den Plazenta-Wachstumsfaktor (PlGF) bindet. Zugelassen seit 2012. In der Erhaltungsphase oft mit größeren Injektionsintervallen möglich als Ranibizumab.
  • Brolucizumab (Handelsname Beovu) — einzelkettiges Antikörper-Fragment mit niedrigem Molekulargewicht. Zugelassen seit 2020. Seltener appliziert.
  • Faricimab (Handelsname Vabysmo) — neuere Substanz, hemmt VEGF-A und Ang-2 (Angiopoietin-2). Zugelassen seit 2022 in der EU für die feuchte AMD.
  • Bevacizumab (Handelsname Avastin) — ursprünglich für die Krebstherapie entwickelt, wird in der Augenheilkunde als Off-Label-Use eingesetzt. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten in der Regel nur in begründeten Ausnahmefällen.

Diese Aufzählung ist keine Empfehlung. Welcher Wirkstoff für Dich medizinisch am besten geeignet ist, musst Du mit Deiner Augenärztin oder Deinem Augenarzt besprechen — auf Grundlage Deines Befundes, möglicher Vorerkrankungen und der aktuellen Zulassungssituation.

Was die Krankenkasse zahlt

Die IVOM-Therapie bei feuchter Makuladegeneration ist eine Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenkassen. Die Rechtsgrundlage ist § 27 SGB V (Krankenbehandlung): Versicherte haben Anspruch auf Krankenbehandlung, wenn diese notwendig ist, um eine Krankheit zu erkennen, zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder Krankheitsbeschwerden zu lindern. Die IVOM erfüllt diese Voraussetzungen bei der feuchten AMD eindeutig.

Konkret heißt das:

  • Ambulante IVOM in der augenärztlichen Praxis oder in einer spezialisierten Einrichtung: Kostenübernahme nach § 27 SGB V. Du leistest die übliche Praxisgebühr bzw. die gesetzliche Zuzahlung, sofern Du nicht nach § 62 SGB V befreit bist.
  • Stationäre IVOM in einer Augenklinik, etwa bei besonderen Risiken oder Begleiterkrankungen: Kostenübernahme nach § 39 SGB V (Krankenhausbehandlung). Es fällt die gesetzliche Zuzahlung von 10 Euro pro Tag an, maximal 28 Tage pro Kalenderjahr (§ 39 Abs. 4 SGB V), sofern Du nicht zuzahlungsbefreit bist.
  • Fahrtkosten zur IVOM: Bei medizinischer Notwendigkeit (z. B. bei schwerer Sehbehinderung, die eine Begleitperson erfordert) übernimmt die Krankenkasse nach § 60 SGB V die Fahrkosten. Voraussetzung ist eine ärztliche Verordnung.
  • Begleitperson: Wenn Du infolge der Sehbehinderung auf eine Begleitperson angewiesen bist, übernimmt die Krankenkasse unter Umständen die Kosten nach § 53 SGB V (Krankenbehandlung, Begleitperson bei stationärer Behandlung).

Ein Widerspruch gegen einen ablehnenden Bescheid der Krankenkasse ist innerhalb eines Monats ab Zugang möglich (§ 84 SGG). Die Form ist an keine bestimmte Form gebunden — ein einfaches Schreiben mit Angabe des Aktenzeichens und der Begründung genügt.

Diagnostik vor und während der IVOM

Vor Beginn einer IVOM-Therapie wird die Diagnose gesichert und der Befund dokumentiert. Die wichtigsten Untersuchungen:

  • Optische Kohärenztomographie (OCT): nicht-invasive Bildgebung der Netzhautschichten. Sie macht Flüssigkeitsansammlungen unter der Netzhaut sichtbar und ist das wichtigste Instrument zur Verlaufskontrolle. Die OCT-Untersuchung ist nach § 27 SGB V Teil der vertragsärztlichen Versorgung und wird von der Krankenkasse übernommen.
  • Fluoreszein-Angiographie: Bei dieser Untersuchung wird ein Farbstoff in eine Armvene gespritzt, der die Blutgefäße der Netzhaut sichtbar macht. Sie ist notwendig, um die genaue Lokalisation und Aktivität der krankhaften Gefäße zu bestimmen. Die Fluoreszein-Angiographie ist nach § 27 SGB V eine Pflichtleistung der Krankenkasse bei gegebener medizinischer Notwendigkeit.
  • Bestimmung der Sehschärfe (Visus): regelmäßige Kontrolle der Sehschärfe mit und ohne Korrektur. Sie dient der Verlaufsbeurteilung.
  • Augendruckmessung: Bei erhöhtem Augeninnendruck ist besondere Vorsicht geboten. Die Messung gehört zur Routine vor jeder IVOM.

Diese diagnostischen Leistungen sind im Regelleistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen enthalten. Solange eine medizinische Notwendigkeit besteht, werden sie von der Krankenkasse übernommen.

Verlauf und Prognose

Die IVOM-Therapie hat die Prognose der feuchten AMD grundlegend verändert. Vor Einführung der VEGF-Hemmer (also vor 2007) endete die Erkrankung bei einem erheblichen Teil der Patientinnen und Patienten in einer schweren Sehbehinderung. Heute gelingt es bei vielen, das Sehvermögen über Jahre zu stabilisieren — bei einem Teil der Behandelten verbessert sich die Sehschärfe sogar.

Wichtig ist aber eine ehrliche Einordnung: Die IVOM kann die Erkrankung aufhalten und das Fortschreiten verlangsamen, aber nicht heilen. Bereits zerstörte Netzhautzellen wachsen nicht nach. Eine konsequente Therapie ist notwendig — wenn Du die Injektionen auslassst, schreitet die Erkrankung typischerweise wieder voran. Eine frühzeitige Behandlung verbessert die Aussichten deutlich. Studien der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) zeigen, dass eine IVOM innerhalb der ersten Wochen nach Diagnosestellung den Erfolg verbessert.

Die Behandlung selbst verläuft in der Regel komplikationsarm. Schwere Komplikationen sind selten, müssen aber benannt werden:

  • Endophthalmitis (schwere Augeninnenentzündung): sehr selten (etwa 1 von 1.000 bis 1 von 5.000 Injektionen), aber ein augenärztlicher Notfall. Bei zunehmenden Schmerzen, Sehverschlechterung oder Rötung nach einer IVOM musst Du Dich sofort melden.
  • Augendruckanstieg direkt nach der Injektion: meist vorübergehend, wird kontrolliert.
  • Netzhautablösung: sehr selten, ophthalmologischer Notfall.
  • Verletzungen der Linse: sehr selten.

Wenn eines dieser Warnzeichen auftritt — starke Augenschmerzen, plötzliche Sehverschlechterung, deutliche Rötung — geh sofort in eine augenärztliche Notfallsprechstunde oder in eine Augenklinik. Die Termin-Service-Stellen der Kassenärztlichen Vereinigungen sind rund um die Uhr unter der Telefonnummer 116 117 erreichbar.

Schwerbehinderung und GdB bei Makuladegeneration

Die Makuladegeneration kann zu einer dauerhaften Einschränkung des Sehvermögens führen. In diesem Fall kannst Du beim zuständigen Versorgungsamt einen Antrag auf Feststellung einer Schwerbehinderung stellen. Die Rechtsgrundlage ist § 152 SGB IX in Verbindung mit der Versorgungsmedizin-Verordnung (VMG).

Die Begutachtung richtet sich nach der Sehschärfe beider Augen und nach dem Gesichtsfeld. Bei der altersabhängigen Makuladegeneration steht die zentrale Sehschärfe im Vordergrund — das periphere Gesichtsfeld bleibt in der Regel erhalten. Grobe Orientierungswerte nach den versorgungsmedizinischen Grundsätzen:

  • GdB 30 bei einer Sehschärfe von etwa 0,3 auf dem besseren Auge
  • GdB 50 bis 70 bei einer Sehschärfe unter 0,1 auf dem besseren Auge
  • GdB 80 bis 100 bei hochgradiger Sehbehinderung oder Erblindung

Zusätzlich fließen Funktionsstörungen ein, etwa Verzerrtsehen (Metamorphopsien) oder ein Zentralskotom. Bei nachgewiesener Erblindung auf einem Auge liegt der GdB in der Regel bei 50; bei beidseitiger hochgradiger Sehbehinderung werden häufig Werte zwischen 80 und 100 anerkannt.

Der Schwerbehindertenausweis bringt verschiedene Nachteilsausgleiche: Steuerliche Erleichterungen, erhöhter Kündigungsschutz, vorgezogene Altersrente unter bestimmten Voraussetzungen und Vergünstigungen im öffentlichen Nahverkehr. Bei einem GdB ab 50 kannst Du außerdem unter erleichterten Bedingungen eine EM-Rente (Erwerbsminderungsrente) nach §§ 43 ff. SGB VI beantragen, wenn Du Deinen Beruf nicht mehr oder nur eingeschränkt ausüben kannst.

Wenn Du als leistungsbeziehend nach SGB II (Bürgergeld) eingestuft bist, hast Du bei nachgewiesener Schwerbehinderung oder Erwerbsminderung möglicherweise Anspruch auf Mehrbedarfe nach § 21 SGB II. Mehr dazu findest Du in unserem Beitrag zum Bürgergeld.

Makuladegeneration und Erwerbsfähigkeit

Führt die Makuladegeneration zu einer dauerhaften Einschränkung der Erwerbsfähigkeit, kann eine Erwerbsminderungsrente nach §§ 43 ff. SGB VI in Betracht kommen. Voraussetzung ist, dass Du in Deiner Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt bist und die allgemeine Wartezeit von 60 Monaten in der Rentenversicherung erfüllt ist.

Darüber hinaus kommen Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben nach §§ 49 ff. SGB IX in Betracht — etwa Bildschirmlesegeräte, Vergrößerungssoftware, angepasste Arbeitsplatzausstattung oder eine Umschulung. Diese Leistungen werden vorrangig vor der Rente erbracht und sollen den Verbleib im Arbeitsleben ermöglichen.

Hilfe im Alltag und Rehabilitation

Wenn die Sehbehinderung zunimmt, gibt es eine Reihe von Hilfen:

  • Sehbehinderten-Rehabilitation nach § 40 SGB V: Schulungen im Umgang mit Sehhilfen, Mobilitätstrainings (O&M), lebenspraktische Fähigkeiten (LPF) und psychosoziale Unterstützung. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse auf Antrag.
  • Hilfsmittel nach § 33 SGB V: vergrößernde Sehhilfen, Bildschirmlesegeräte, Vorlesesysteme, angepasste Beleuchtung. Die Verordnung erfolgt durch die Augenärztin, die Bewilligung durch die Krankenkasse.
  • Eingliederungshilfe nach § 112 SGB IX: für Maßnahmen zur Teilhabe am Leben in der Gesellschaft, etwa Begleitung bei Behördengängen oder Freizeitassistenz.
  • Pflegegrad nach § 14 SGB XI: Wenn Du im Alltag dauerhaft auf Hilfe angewiesen bist, kann ein Pflegegrad ab Pflegegrad 1 beantragt werden. Die Begutachtung erfolgt durch den Medizinischen Dienst (MD, früher MDK).

Eine Erstberatung beim Sozialrat Deutschland e. V. hilft, die für Deine Situation passenden Leistungen zu identifizieren und Anträge korrekt zu stellen. Bei ablehnenden Bescheiden kannst Du Widerspruch einlegen — die Frist beträgt einen Monat ab Zugang des Bescheids (§ 84 SGG).

FAQ zur Makuladegeneration und IVOM

Was kostet eine IVOM-Behandlung?

Die Kosten einer einzelnen IVOM-Injektion liegen je nach Wirkstoff und Einrichtung zwischen 800 und 1.500 Euro. Bei den meisten Patientinnen und Patienten sind mehrere Injektionen pro Jahr erforderlich. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Behandlungskosten vollständig nach § 27 SGB V, sofern die medizinische Notwendigkeit dokumentiert ist.

Tut eine IVOM weh?

Die meisten Patientinnen und Patienten empfinden die IVOM als wenig schmerzhaft. Vor der Injektion wird das Auge mit Augentropfen örtlich betäubt. Du spürst einen leichten Druck, in der Regel keinen scharfen Schmerz. Wenn Du Angst vor Spritzen hast oder schlechte Erfahrungen, sprich das vor der Behandlung mit Deiner Augenärztin oder Deinem Augenarzt an.

Wie lange dauert eine IVOM-Therapie?

Die meisten Patientinnen und Patienten benötigen über mehrere Jahre regelmäßige IVOM-Injektionen. Die Häufigkeit richtet sich nach dem Befund und dem verwendeten Wirkstoff. Manche kommen mit drei Injektionen pro Jahr aus, andere benötigen monatliche Behandlungen. Ziel ist, das Fortschreiten der Erkrankung möglichst weitgehend aufzuhalten.

Kann die Makuladegeneration auch ohne IVOM behandelt werden?

Bei der trockenen Makuladegeneration gibt es derzeit keine zugelassene IVOM-Therapie. Für bestimmte Formen der trockenen AMD mit geographischer Atrophie sind in den letzten Jahren neue Wirkstoffe zugelassen worden (z. B. Pegcetacoplan, Handelsname Syfovre, und Avacincaptad pegol, Handelsname Izervay) — die Zulassung und der Einsatz in Deutschland müssen mit der Augenärztin besprochen werden. Eine Heilung der Erkrankung ist auch hier nicht möglich, das Fortschreiten kann aber verlangsamt werden.

Welche Warnzeichen erfordern sofortiges Handeln?

Plötzliche Sehverschlechterung, neu auftretende verzerrte Linien, ein dunkler Fleck im Zentrum des Gesichtsfelds, starke Augenschmerzen oder eine deutliche Rötung des Auges — insbesondere nach einer IVOM — sind Notfall-Symptome. Wende Dich sofort an eine Augenärztin, einen augenärztlichen Notdienst oder eine Augenklinik. Die kassenärztliche Notfallnummer ist 116 117, der augenärztliche Notfalldienst ist regional unterschiedlich organisiert.

Welche Rolle spielt die Ernährung?

Eine ausgewogene Ernährung mit viel grünem Blattgemüse (Spin, Grünkohl) und Fisch (mit Omega-3-Fettsäuren) kann das Fortschreiten der AMD günstig beeinflussen. Die ARED-Studie (Age-Related Eye Disease Study) hat gezeigt, dass eine spezielle Nahrungsergänzung mit Vitaminen (C, E, Zink, Kupfer) und Lutein plus Zeaxanthin das Risiko eines Fortschreitens bei mittlerer AMD um etwa 25 % senken kann. Sprich mit Deiner Augenärztin über eine mögliche Nahrungsergänzung — eine Selbstmedikation mit hochdosierten Vitaminen ist nicht sinnvoll.

Kann ich mit einer Makuladegeneration noch Auto fahren?

Eine Fahrerlaubnis ist trotz Makuladegeneration möglich, solange die Sehschärfe und das Gesichtsfeld den Anforderungen der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) entsprechen. Bei eingeschränktem Sehvermögen ist eine augenärztliche Begutachtung erforderlich. Im Zweifel solltest Du auf das Autofahren verzichten, um Dich und andere nicht zu gefährden.

Weiterführende Themen

Mehr zu verwandten Augenerkrankungen findest Du auf unserer Seite zum Grünen Star (Glaukom) und zum Grauen Star (Katarakt). Welche Schwerbehinderungs-Anerkennung bei Augenerkrankungen möglich ist, beschreibt der Beitrag Schwerbehinderung bei Augenerkrankung.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine augenärztliche Beratung. Bei akuten Augenschmerzen oder plötzlicher Sehverschlechterung wende Dich umgehend an eine Augenärztin, einen augenärztlichen Notdienst oder eine Augenklinik. Für sozialrechtliche Fragen rund um Krankenkassenleistungen, Schwerbehinderung oder Erwerbsminderung kannst Du Dich an Sozialrat Deutschland e. V. wenden.

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