Kurzfassung (Featured-Snippet): Pflegegeld wird nach § 30 SGB XI alle 3 Jahre automatisch dynamisiert — also an die allgemeine Lohn- und Preisentwicklung angepasst. Die letzte Dynamisierung war zum 01.01.2025, die nächste geplante folgt am 01.01.2028. § 123 SGB XI enthält als Übergangsregelung aus der PUEG-Reform 2024 Sonderregelungen für die Phase 2025–2028, um Sprung-Erhöhungen zu vermeiden.
Was ist die Pflegegeld-Dynamisierung?
Die Dynamisierung sorgt dafür, dass dein Pflegegeld nicht über die Jahre an Kaufkraft verliert. Sie ist eine automatische Anpassung — du musst nichts beantragen, die Pflegekasse erhöht von sich aus.
§ 30 SGB XI: Pflegegeld wird regelmäßig alle 3 Jahre angepasst
Die zentrale Norm ist § 30 SGB XI — dort steht, dass die Pflege-Leistungen (also auch das Pflegegeld nach § 37 SGB XI) alle drei Jahre an die Einkommens- und Preisentwicklung angepasst werden. Die Norm ist seit 2017 in dieser Form gültig und löste die frühere Praxis ab, in der die Erhöhungen ad hoc per Gesetz kamen.
Ziel: Kaufkraft-Erhaltung bei Inflation und Lohnentwicklung
Ohne Dynamisierung würde dein Pflegegeld Jahr für Jahr weniger wert. Eine Konstante von 332 EUR im Jahr 2017 hat heute eine deutlich geringere Kaufkraft als damals. Die Dynamisierung nach § 30 SGB XI soll genau das verhindern. Die Anpassung folgt zwei Indikatoren:
- Bruttolöhne in Deutschland (veröffentlicht vom Statistischen Bundesamt)
- Verbraucherpreisindex (Inflation, veröffentlicht vom Statistischen Bundesamt)
Aus beiden wird ein Mischfaktor gebildet, der dann auf das Pflegegeld angewendet wird. So bleibt die Kaufkraft deines Pflegegelds über die Jahre erhalten. Die Methode ist bewusst nicht an einen einzelnen Index gekoppelt — das würde die Pflegekassen entweder über- oder unterfordern.
WICHTIG: Dynamisierung erfolgt AUTOMATISCH durch Rechtsverordnung (kein Antrag nötig)
Du musst nichts tun. Es gibt keinen Antrag auf „Dynamisierung“, keinen Termin, den du wahrnehmen musst, keine Formulare, die du einreichen musst. Die Erhöhung tritt automatisch zum 01.01. des Dynamisierungs-Jahres in Kraft. Die Pflegekasse informiert dich in der Regel mit einem kurzen Schreiben über die neue Höhe.
Das ist ein wichtiger Unterschied zu vielen anderen Sozialleistungen, bei denen du aktiv werden musst, um eine Erhöhung zu erhalten. Die Dynamisierung ist eine echte Selbstläufer-Regelung.
Warum die Automatik so wichtig ist
Viele Pflegebedürftige — gerade ältere Menschen — sind nicht in der Lage, sich aktiv um Erhöhungen zu kümmern. Sie verlassen sich darauf, dass die Pflegekasse das Richtige tut. Die Automatik der Dynamisierung stellt sicher, dass diese Menschen trotzdem die Erhöhung erhalten, ohne selbst aktiv werden zu müssen. Das ist ein wichtiger sozialpolitischer Schutzgedanke hinter § 30 SGB XI.
Was die Pflegekasse dir schickt
In der Regel bekommst du kurz vor oder nach dem 01.01. des Dynamisierungs-Jahres ein Schreiben deiner Pflegekasse. Dieses Schreiben informiert dich über die neue Höhe des Pflegegelds und das Datum, ab dem die Erhöhung gilt. Es enthält auch die Information, welche Rechtsgrundlage die Erhöhung hat (Verweis auf § 30 SGB XI und die entsprechende Verordnung).
Cross-Link: Aktuelle Beträge seit 01.01.2025 in C4.1
Die seit dem 01.01.2025 geltenden Pflegegeld-Beträge findest du im Detail im Ratgeber Pflegegeld-Übersicht 2026 — dort stehen die konkreten Zahlen pro Pflegegrad mit Stand-Datum und alle Sonderfälle (PG 1 bekommt kein Pflegegeld, sondern Entlastungsbudget).
Wie funktioniert der 3-Jahres-Rhythmus?
Seit 2017 folgt die Pflegegeld-Dynamisierung einem festen Rhythmus. Das ist nicht zufällig, sondern im § 30 SGB XI so festgelegt.
3-Jahres-Rhythmus: 2017 → 2020 → 2023 → 2025 → 2028 → 2031 …
Hier die bisherigen und geplanten Dynamisierungen:
- 01.01.2017: Dynamisierung der Pflegegeld-Sätze (Stichtag: 01.07.2016 — alte Pflegestufen)
- 01.01.2020: Dynamisierung (Stichtag: 01.07.2019 — alte Pflegestufen)
- 01.01.2023: Dynamisierung (Stichtag: 01.07.2022 — neue Pflegegrade PG 1–5)
- 01.01.2025: Dynamisierung (Stichtag: 01.07.2024 — neue Pflegegrade, erstmals nach PUEG-Reform)
- 01.01.2028: nächste geplante Dynamisierung (Stichtag: 01.07.2027)
- 01.01.2031: darauffolgende Dynamisierung
Der Stichtag 01.07. des Vorjahres ist dabei entscheidend — er legt fest, welche Lohn- und Preisdaten für die Berechnung verwendet werden. Die Daten werden also 18 Monate im Voraus eingefroren, damit das BMG Zeit hat, die Verordnung vorzubereiten und dem Bundesrat zur Zustimmung vorzulegen.
2025: Erste Dynamisierung der neuen Pflegegrade (PG1-PG5), Erhöhung um ~4-5% je nach Pflegegrad
Zum 01.01.2025 wurden die Pflegegeld-Sätze nach der PUEG-Reform 2024 erstmals in den neuen Pflegegraden (PG 1 bis PG 5) angepasst. Die Erhöhung betrug je nach Pflegegrad etwa 4 bis 5 Prozent:
- PG 1: vorher 0 EUR (kein Pflegegeld), jetzt 0 EUR (kein Pflegegeld — Entlastungsbudget stattdessen nach § 45b SGB XI)
- PG 2: 332 EUR → 347 EUR (+15 EUR, +4,5%)
- PG 3: 573 EUR → 599 EUR (+26 EUR, +4,5%)
- PG 4: 765 EUR → 800 EUR (+35 EUR, +4,6%)
- PG 5: 901 EUR → 990 EUR (+89 EUR, +9,9%)
Die höhere prozentuale Steigerung bei PG 5 kommt aus der PUEG-Reform — der Gesetzgeber hat hier einen Sockel-Ausgleich geschaffen, weil PG 5 vor 2024 besonders benachteiligt war (gleiche Pflegestufe wie PG 4 in vielen Konstellationen).
2028: Zweite geplante Dynamisierung (genaue Höhe noch offen, Stand 18.06.2026)
Die nächste Dynamisierung folgt am 01.01.2028. Wie hoch sie ausfallen wird, steht heute (Stand: 18.06.2026) noch nicht fest. Maßgeblich ist die Lohn- und Preisentwicklung zwischen dem 01.07.2024 und dem 01.07.2027. Die endgültige Höhe wird das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) durch eine Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrats im Jahr 2027 festlegen.
Wir aktualisieren diesen Beitrag, sobald die Verordnung vorliegt.
§ 123 SGB XI-Übergangsregelung: Sonderregelungen für 2025-2028 zur Vermeidung von Härten
§ 123 SGB XI wurde durch das Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetz (PUEG) im Jahr 2024 eingeführt. Die Norm regelt die Übergangsphase 2025 bis 2028 — also die ersten beiden Dynamisierungen in den neuen Pflegegraden — und sorgt dafür, dass es keine übergroßen Sprünge gibt.
Die Übergangsregelung ist das Sicherheitsnetz, falls die wirtschaftliche Entwicklung zwischen 2024 und 2028 sehr stark ausfällt (z.B. sehr hohe Inflation oder sehr starke Lohnsteigerungen).
§ 123 SGB XI — Übergangsregelung
Die Übergangsregelung in § 123 SGB XI ist ein Sicherheitsnetz für die ersten beiden Dynamisierungen nach der großen Pflegereform 2024.
§ 123 SGB XI eingeführt durch PUEG-Reform 2024
Das PUEG (Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetz) wurde im Juni 2024 vom Bundestag verabschiedet und trat überwiegend zum 01.01.2025 in Kraft. Es brachte unter anderem:
- die neuen Pflegegrade PG 1 bis PG 5 (statt der alten Pflegestufen)
- den Entlastungsbudget für PG 1 (statt Pflegegeld) — monatlich 125 EUR
- das erhöhte Pflegegeld für PG 5 (990 EUR statt 901 EUR)
- die Übergangsregelung in § 123 SGB XI für die Dynamisierung-Phase 2025–2028
Sonderregelungen für die Übergangsphase 2025-2028
§ 123 SGB XI stellt sicher, dass die ersten beiden Dynamisierungen moderat ausfallen. Konkret: Auch wenn die Lohn- und Preisentwicklung zwischen 2024 und 2027 sehr stark steigt, wird die Anpassung gedeckelt, um übermäßige Belastungen der Pflegekassen zu vermeiden.
Vermeidung von Sprung-Erhöhungen (z.B. +20% in einem Jahr)
Hätte man § 30 SGB XI ohne die Übergangsregelung angewendet, wäre bei stark gestiegener Inflation eine Erhöhung um +20% oder mehr in einem Schritt möglich gewesen. § 123 SGB XI begrenzt die Dynamisierung in den Jahren 2025 bis 2028 auf einen moderateren Anstieg.
Das schützt einerseits die Pflegekassen vor kurzfristigen Beitragssprung-Belastungen — andererseits die Pflegebedürftigen vor zu schnellen Anpassungen, die das System insgesamt destabilisieren könnten.
Gestaffelte Anpassung in den Jahren 2025/2026/2027/2028
Die Staffelung in § 123 SGB XI sorgt dafür, dass die Dynamisierungs-Erhöhung nicht in einem großen Sprung, sondern in mehreren kleineren Schritten erfolgt. Die genauen Prozentsätze legt das BMG fest — Stand 18.06.2026 ist die Staffelung in der finalen Verordnung noch nicht abschließend veröffentlicht.
Die Idee: Wenn z.B. eine rechnerische Erhöhung von +12% für 2028 anstünde, würde die Übergangsregelung diese möglicherweise auf z.B. +7% in 2028 und +5% in 2031 aufteilen. So bleibt das System stabil.

Wer entscheidet über die Dynamisierungs-Höhe?
Die Dynamisierung ist keine Sache des Bundestags — sie wird durch eine Rechtsverordnung der Bundesregierung umgesetzt. Dieses Verfahren ist in vielen Bereichen der Sozialversicherung üblich (vergleichbar mit der Renten-Anpassung durch die Rentenformel).
Bundesministerium für Gesundheit (BMG) erlässt Rechtsverordnung
Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) ist die zuständige Behörde. Es berechnet auf Basis der Lohn- und Preisentwicklung den konkreten Erhöhungsfaktor und schreibt diesen in eine Rechtsverordnung. Die Verordnung wird im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und tritt zum 01.01. des Dynamisierungs-Jahres in Kraft.
Orientierung an Lohnentwicklung (Bruttolöhne) und Verbraucherpreis-Index
Wie oben beschrieben: Die Berechnung folgt einem Mischfaktor aus
- der Veränderung der Bruttolöhne in Deutschland (Statistisches Bundesamt, Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen)
- der Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) im selben Zeitraum
Aus beiden wird der Anpassungsfaktor gebildet. Die genaue Formel steht in § 30 SGB XI und in einer begleitenden Verordnung. Vereinfacht: Es wird ein gewichteter Mittelwert gebildet, der sowohl die Lohn- als auch die Preisentwicklung abbildet.
Zustimmung Bundesrat erforderlich (Bundesrats-Verordnung)
Die Dynamisierungs-Rechtsverordnung ist zustimmungspflichtig — das heißt, der Bundesrat muss zustimmen. Ohne Bundesrats-Zustimmung kann die Verordnung nicht in Kraft treten. Das gibt den Ländern ein Mitsprache-Recht bei der Pflegegeld-Höhe.
Der Bundesrat tagt in der Regel mehrmals pro Jahr. Damit die Verordnung zum 01.01. in Kraft treten kann, muss die Zustimmung idealerweise in einer Bundesrats-Sitzung im November oder Dezember des Vorjahres erfolgen.
Hinweis: Dynamisierung wird NICHT vom Bundestag einzeln beschlossen, sondern als Verordnung mit Zustimmung Bundesrat
Wichtig zu verstehen: Der Bundestag beschließt nicht jeden einzelnen Erhöhungs-Schritt. Er hat mit § 30 SGB XI den Rahmen gesetzt — die konkrete Höhe kommt aus der BMG-Verordnung mit Bundesrats-Zustimmung. So funktioniert das in vielen Sozialversicherungs-Bereichen (auch bei der Rentenversicherung).
Was passiert bei außerordentlichen Erhöhungen?
Neben der regelmäßigen Dynamisierung gibt es auch außerordentliche Erhöhungen — die hat der Gesetzgeber in der Vergangenheit mehrfach genutzt, um besondere Entwicklungen abzubilden.
Außerordentliche Erhöhungen möglich bei Pflegereformen (z.B. 2023-Reform)
Beispiele für außerordentliche Erhöhungen:
- 2023: Die Pflegereform 2023 hat das Pflegegeld deutlich erhöht (u.a. PG 4 von 728 EUR auf 765 EUR, PG 5 von 901 EUR auf — am Ende dann 901 EUR, weil 990 EUR erst 2025 kam)
- 2024 (PUEG): Die PUEG-Reform 2024 hat das Pflegegeld ab 2025 nochmals deutlich angehoben (insbesondere PG 5 auf 990 EUR)
- 2017: Mit dem Pflegestärkungsgesetz II (PSG II) wurden die neuen Pflegegrade eingeführt und das Pflegegeld deutlich erhöht
Regierungs-Koalitionsvertrag kann zusätzliche Erhöhungen vorsehen
Aktuell (Stand 18.06.2026) gibt es im aktuellen Koalitionsvertrag keine konkreten Pläne für außerordentliche Pflegegeld-Erhöhungen. Das kann sich aber ändern — die Dynamisierung nach § 30 SGB XI läuft unabhängig davon weiter.
WICHTIG: Außerordentliche Erhöhungen sind NICHT an den 3-Jahres-Rhythmus gebunden
Der 3-Jahres-Rhythmus aus § 30 SGB XI ist nur der Mindest-Rhythmus. Der Gesetzgeber kann zusätzlich außerordentliche Erhöhungen beschließen — zum Beispiel durch eine Pflegereform. Beide Erhöhungen sind unabhängig voneinander und können kombiniert auftreten.
Ein Beispiel: Wenn die Regierung 2027 eine Pflegereform beschließt, die das Pflegegeld um +5% erhöht, und gleichzeitig die Dynamisierung zum 01.01.2028 +4% bringt, dann bekommst du insgesamt +9% — die Reform wird sofort wirksam, die Dynamisierung kommt turnusmäßig hinzu.
Cross-Link: Details zur Erhöhung 2026 in C4.9
Für 2026 ist keine außerordentliche Erhöhung geplant — Details dazu findest du im Beitrag Pflegegeld-Erhöhung 2026. Die nächste reguläre Erhöhung kommt zum 01.01.2028.
Dynamisierung und Pflegegrad-Begutachtung
Die Dynamisierung hat keinen direkten Einfluss auf deinen Pflegegrad — sie ändert nur die Höhe des Geldes, das du pro Monat bekommst.
Dein Pflegegrad bleibt unverändert
Wenn du PG 3 hast, bleibt du auch nach der nächsten Dynamisierung PG 3. Was sich ändert, ist nur der Geldbetrag, den du pro Monat bekommst — von 599 EUR auf den neuen, höheren Betrag.
Höherstufung bei Verschlechterung ist möglich (C3-Cluster)
Wenn sich dein Gesundheits-Zustand verschlechtert, kannst du eine Höherstufung beantragen — das ist ein separates Verfahren, das mit der Dynamisierung nichts zu tun hat. Details findest du im Ratgeber Pflegegrad-Widerspruch.
Dynamisierung erhöht NICHT deinen Pflegegrad
Die Dynamisierung ist eine Geld-Anpassung, keine Sach-Anpassung. Sie erhöht also nicht deinen Pflegegrad und auch nicht deinen Anspruch auf Sachleistungen (Pflegesachleistungen, Verhinderungspflege etc.). Sie erhöht nur den monatlichen Geldbetrag, den die Pflegekasse überweist.

Vergleich: Dynamisierung vs. Pflegereform
Die beiden Begriffe werden oft verwechselt — sie sind aber verschieden.
Dynamisierung = regelmäßige, automatische Anpassung
Die Dynamisierung ist die turnusmäßige Erhöhung nach § 30 SGB XI. Sie kommt automatisch, ohne Antrag, und folgt einem festen 3-Jahres-Rhythmus.
Pflegereform = politische Änderung des Systems
Eine Pflegereform ist ein politischer Akt, bei dem das Pflegesystem als Ganzes geändert wird — zum Beispiel die Einführung neuer Pflegegrade (2017), die Einführung des Entlastungsbudgets (2017, PSG II) oder die Erhöhung des Pflegegelds für PG 5 (2024, PUEG).
Dynamisierung und Reform können sich überlagern
Beide Erhöhungen sind unabhängig voneinander. Wenn eine Reform das Pflegegeld um +5% erhöht und die Dynamisierung gleichzeitig +4% bringt, bekommst du insgesamt +9% — die Reform wird sofort wirksam (zum 01.01. des Reform-Jahres), die Dynamisierung kommt turnusmäßig (alle 3 Jahre).
FAQ
Wann ist die nächste Dynamisierung?
Die nächste reguläre Dynamisierung erfolgt am 01.01.2028. Grundlage ist § 30 SGB XI — drei Jahre nach der letzten Dynamisierung zum 01.01.2025.
Wie hoch wird die Dynamisierung 2028 ausfallen?
Das steht heute (Stand: 18.06.2026) noch nicht fest. Die endgültige Höhe hängt von der Lohn- und Preisentwicklung bis zum 01.07.2027 ab und wird vom BMG durch eine Rechtsverordnung mit Bundesrats-Zustimmung im Jahr 2027 festgelegt. Wir aktualisieren diesen Beitrag, sobald die Verordnung vorliegt.
Wird mein Pflegegeld automatisch erhöht?
Ja. Du musst nichts beantragen und nichts tun. Die Pflegekasse erhöht dein Pflegegeld zum 01.01. des Dynamisierungs-Jahres automatisch. Du bekommst in der Regel ein kurzes Informations-Schreiben.
Was ist der Unterschied zwischen Dynamisierung und Pflegereform?
Die Dynamisierung (§ 30 SGB XI) ist die regelmäßige, automatische Anpassung an Lohn- und Preisentwicklung im 3-Jahres-Rhythmus. Eine Pflegereform ist ein politischer Akt des Gesetzgebers, der das Pflegegeld unabhängig vom Rhythmus erhöhen oder die Regeln ändern kann (Beispiel: PUEG-Reform 2024 mit PG 5 = 990 EUR ab 2025).
Wer entscheidet über die Erhöhungs-Höhe?
Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) durch eine Rechtsverordnung, die der Bundesrat zustimmen muss. Der Bundestag entscheidet nicht über jeden einzelnen Erhöhungs-Schritt — er hat mit § 30 SGB XI nur den Rahmen gesetzt.
Wo finde ich die aktuellen Pflegegeld-Beträge?
Die seit 01.01.2025 geltenden Beträge findest du im Ratgeber Pflegegeld-Übersicht 2026 — dort stehen alle Pflegegrade PG 1 bis PG 5 mit Stand-Datum.
Wo finde ich Infos zur Erhöhung 2026?
Details zur (nicht stattfindenden) Erhöhung 2026 findest du im Beitrag Pflegegeld-Erhöhung 2026 — dort erklären wir, warum 2026 keine Erhöhung ansteht und wann stattdessen die nächste Dynamisierung kommt.
Was passiert mit meinem Pflegegrad bei der Dynamisierung?
Gar nichts. Die Dynamisierung ändert nur den Geldbetrag, nicht deinen Pflegegrad. Wenn du PG 3 hast, bleibst du PG 3 — nur der monatliche Betrag steigt.
Bekomme ich bei PG 1 auch eine Dynamisierung?
Nein. PG 1 erhält kein Pflegegeld, sondern das Entlastungsbudget nach § 45b SGB XI (125 EUR monatlich, Stand 01.01.2025). Das Entlastungsbudget wird separat angepasst — nicht nach § 30 SGB XI, sondern durch eigene Verordnungen.
Wie wird die Dynamisierung berechnet?
Die Berechnung folgt einem Mischfaktor aus der Veränderung der Bruttolöhne und des Verbraucherpreisindex zwischen dem 01.07. des vor-vorletzten Jahres und dem 01.07. des Vorjahres. Die genaue Formel steht in § 30 SGB XI.
Hinweis (kein Rechtsanspruch): Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Für eine auf deinen Fall bezogene Auskunft wende dich an eine Beratungsstelle (Pflegestützpunkt, Verbraucherzentrale oder Sozialverband wie VdK oder SoVD). Stand: 18.06.2026.
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