Polyneuropathie 2026: ICD-10 G62 + Ursachen
Du hast Kribbeln, Taubheit oder brennende Schmerzen in den Füßen – und fragst dich, woher das kommt? Polyneuropathie ist die häufigste Erkrankung des peripheren Nervensystems in Deutschland. Die Ursachen sind sehr unterschiedlich: von Diabetes über Alkohol bis zu seltenen Autoimmunerkrankungen. Wenn du die Ursachen kennst, kannst du gezielter behandeln lassen – und Sozialleistungen einordnen, die dir zustehen.
📌 Polyneuropathie (ICD-10-Code G62) ist eine Schädigung mehrerer peripherer Nerven. Häufigste Ursache in Deutschland ist Diabetes mellitus mit rund 30 % der Fälle, gefolgt von Alkoholmissbrauch (25–30 %) und Vitamin-B12-Mangel. Die Diagnose erfolgt über Anamnese, neurologische Untersuchung und Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (NLG).
Was ist Polyneuropathie? Definition und ICD-10 G62
Polyneuropathie (kurz PNP) bezeichnet eine Schädigung mehrerer peripherer Nerven, also der Nerven außerhalb von Gehirn und Rückenmark. Die Erkrankung kann sensorische, motorische und autonome Nerven betreffen – oft in Kombination. ICD-10-Code ist in der Regel G62 (sonstige Polyneuropathien), mit differenzierten Subcodes je nach Ursache.
ICD-10-Codes im Überblick
Die ICD-10-GM 2026 (German Modification) unterscheidet mehrere Codes:
- G62.0 Arzneimittelinduzierte Polyneuropathie (etwa durch Chemotherapie)
- G62.1 Alkohol-Polyneuropathie
- G62.2 Polyneuropathie durch sonstige toxische Substanzen
- G62.8 Sonstige näher bezeichnete Polyneuropathien
- G62.9 Polyneuropathie, nicht näher bezeichnet
Wenn du in einem Arztbrief oder Bescheid einen dieser Codes siehst, weißt du, welche Ursache die Ärztin oder der Arzt annimmt – und kannst Sozialleistungen gezielt einordnen.
Sensibel, motorisch, autonom — drei Verteilungstypen
Polyneuropathie zeigt sich je nach betroffenem Nerventyp unterschiedlich:
- Sensibel: Kribbeln, Taubheit, Brennen, „Ameisenlaufen“, Schmerzen
- Motorisch: Muskelschwäche, Gangunsicherheit, Stürze
- Autonom: Schwindel beim Aufstehen, Herzrasen, Magen-Darm-Beschwerden, gestörte Schweißbildung
Viele Betroffene haben Mischformen, weil mehrere Nervengruppen gleichzeitig geschädigt sind.
Diabetes mellitus als Hauptursache (ca. 30 % der Fälle)
Die diabetische Polyneuropathie ist die häufigste Ursache in Deutschland. Etwa jeder dritte Mensch mit Diabetes entwickelt im Laufe der Erkrankung Nervenschäden – bei schlecht eingestelltem Blutzucker steigt das Risiko auf über 50 %.
Diabetische Polyneuropathie — schleichender Beginn
Typisch ist ein schleichender Beginn: erst bemerkst du Taubheit oder Kribbeln in den Zehen, später auch in den Fußsohlen. Die Symptome steigen auf – Hände und Finger können später betroffen sein. Schmerzen kommen nachts häufiger als tagsüber.
HbA1c als Frühwarnzeichen
Der Langzeitblutzucker-Wert (HbA1c) ist dein Frühwarnsystem. Werte über 7,5 % (58 mmol/mol) erhöhen das PNP-Risiko deutlich. Eine konsequente Blutzucker-Einstellung kann das Fortschreiten verlangsamen – das belegen mehrere Studien der Deutschen Diabetes Gesellschaft.
Sozialleistung: Hilfsmittel bei diabetischem Fußsyndrom
Wenn deine Füße taub sind, steigt das Risiko für Druckstellen und Geschwüre (diabetisches Fußsyndrom). Die Krankenkasse übernimmt dann spezielle Schuhe und Einlagen nach § 33 SGB V (Hilfsmittel). Dein Arzt oder deine Ärztin kann dir eine Verordnung ausstellen. Mehr zu Schwerbehinderung und GdB findest du in unserem Ratgeber.
Alkohol als zweithäufigste Ursache (25–30 %)
Chronischer Alkoholkonsum schädigt die peripheren Nerven direkt und indirekt – über Mangelernährung und Leberschäden. Die Alkohol-Polyneuropathie ist deshalb die zweithäufigste Ursache und betrifft laut Deutscher Gesellschaft für Neurologie rund ein Viertel aller PNP-Patienten.
Wie Alkohol die Nerven schädigt
Alkohol stört die Versorgung der Nerven mit B-Vitaminen, vor allem Vitamin B1 (Thiamin) und B12. Hinzu kommen toxische Effekte des Ethanols selbst auf die Nervenfasern. Die Schäden sind nach Jahren oft nicht mehr vollständig reversibel – aber eine Entwöhnung kann das Fortschreiten stoppen.
Symptom-Schwellenwert — wann eine Entwöhnung hilft
Es gibt keinen sicheren Grenzwert, ab dem Alkohol Nerven schädigt. Wer regelmäßig mehr als 60–80 g Reinalkohol pro Tag trinkt (etwa 0,75–1 Liter Wein), hat aber ein deutlich erhöhtes Risiko. Eine ärztlich begleitete Entwöhnung kann sinnvoll sein.
Sozialleistung: Entwöhnungsbehandlung nach § 39 SGB V
Eine stationäre oder ambulante Entwöhnungsbehandlung nach § 39 SGB V gehört zu den Reha-Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Kosten trägt deine Krankenkasse oder Rentenversicherung, wenn die medizinische Notwendigkeit bestätigt ist. Dein Hausarzt oder eine Suchtberatungsstelle hilft beim Antrag. Wenn dein Bescheid abgelehnt wird, findest du in unserer Widerspruch-Hilfe eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Weitere Ursachen: Vitamine, Medikamente, Autoimmunerkrankungen
Neben Diabetes und Alkohol gibt es zahlreiche weitere Auslöser. Hier ein Überblick über die wichtigsten.
Vitamin-B12-Mangel (funikuläre Myelose)
Ein Mangel an Vitamin B12 schädigt die Markscheiden der Nerven. Die Folge ist eine schleichende PNP, oft begleitet von Blutarmut und Konzentrationsstörungen. Ursachen sind häufig Magen-Darm-Erkrankungen, vegane Ernährung ohne Supplementierung oder bestimmte Medikamente (Metformin, PPI).
Chemotherapie-induzierte Polyneuropathie (CIPN)
Bestimmte Chemotherapeutika (vor allem Taxane, Platin-Derivate, Vinca-Alkaloide) schädigen periphere Nerven. Die Symptome können Monate bis Jahre nach der Therapie anhalten. Etwa 30–40 % der Krebs-Patienten mit Chemotherapie sind betroffen.
Guillain-Barré-Syndrom und CIDP
Beim Guillain-Barré-Syndrom (GBS) greift das Immunsystem die peripheren Nerven an – oft nach einer Infektion. Die Erkrankung ist akut und muss notfallmäßig im Krankenhaus behandelt werden. Die chronische Variante heißt CIDP und verläuft schubweise über Monate bis Jahre.
Seltene Ursachen: Borreliose, Schilddrüse, Niereninsuffizienz
Auch eine unbehandelte Borreliose, eine Schilddrüsen-Unterfunktion oder eine schwere Niereninsuffizienz können eine PNP auslösen oder verschlimmern. Bei unklarer Ursache prüft dein Arzt oder deine Ärztin diese Faktoren über Laborwerte.
Diagnose: Nervenleitgeschwindigkeit und mehr
Die Diagnose beginnt mit einer ausführlichen Anamnese – also der Befragung zu Symptomen, Vorerkrankungen, Medikamenten und Lebensstil. Danach folgt die körperliche und technische Untersuchung.
Anamnese und klinische Untersuchung
Die Ärztin oder der Arzt prüft Reflexe, Sensibilität, Muskelkraft und Koordination. Ein einfacher Stimmgabel-Test am Fußknöchel zeigt, ob du Vibration noch spürst – ein Frühzeichen für Nervenschäden.
Elektrophysiologie: ENG/EMG und NLG
Die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (NLG) ist der Goldstandard der Diagnostik. Über kleine Elektroden werden elektrische Impulse durch den Nerven geschickt. Ist die Geschwindigkeit verlangsamt, deutet das auf eine Schädigung der Markscheide hin (demyelinisierende PNP). Die Elektromyographie (EMG) misst zusätzlich die Muskelaktivität.
Laborwerte: Blutzucker, B12, TSH, Nierenwerte
Ein Standard-Laborpaket prüft Nüchtern-Glukose, HbA1c, Vitamin B12, Folsäure, Schilddrüsenwerte (TSH), Nierenwerte (Kreatinin, GFR) und Leberwerte. Bei Verdacht auf Autoimmun-Ursachen folgen weitergehende Tests (etwa ANA, Anti-Gangliosid-Antikörper).
Therapie: Ursache behandeln, Symptome lindern
Die Therapie hat zwei Säulen: die Ursache behandeln und die Symptome lindern. Beides zusammen verbessert deine Lebensqualität am meisten.
Kausale Therapie (Blutzucker, Alkoholabstinenz, B12-Substitution)
Wenn die Ursache bekannt ist, zielt die Behandlung darauf:
- Diabetes: konsequente Blutzucker-Einstellung (Ziel-HbA1c individuell mit dem Arzt vereinbaren)
- Alkohol: konsequente Abstinenz, ggf. Entwöhnungsbehandlung
- Vitamin-B12-Mangel: B12-Substitution als Spritze oder Tablette (bei Resorptionsstörung Spritze)
- Schilddrüsen-Unterfunktion: L-Thyroxin-Substitution
Symptomatische Therapie (Gabapentin, Duloxetin, Amitriptylin)
Bei neuropathischen Schmerzen helfen bestimmte Medikamente, die ursprünglich für andere Erkrankungen entwickelt wurden: Gabapentin und Pregabalin (gegen Krampfanfälle), Duloxetin (gegen Depression) und Amitriptylin (älteres Antidepressivum). Opioide werden heute nur noch zurückhaltend eingesetzt.
Nicht-medikamentöse Verfahren (Physiotherapie, TENS)
Physiotherapie hilft gegen Muskelschwäche und Gleichgewichtsstörungen. TENS (transkutane elektrische Nervenstimulation) kann Schmerzen lindern. Auch Akupunktur und achtsamkeitsbasierte Verfahren zeigen in Studien Wirkung.
Sozialleistungen und Schwerbehinderung bei Polyneuropathie
Polyneuropathie kann je nach Schweregrad zu einer anerkannten Schwerbehinderung oder einem Pflegegrad führen. Hier die wichtigsten Anknüpfungspunkte. Im Container-Beitrag zu neurologischen Erkrankungen findest du weitere Übersichten.
GdB-Tabelle nach Versorgungsmedizin-Verordnung (VersMedV)
Die Versorgungsmedizin-Verordnung (VersMedV) listet Grade der Behinderung (GdB) nach Funktionsstörungen. Bei Polyneuropathie mit deutlichen Sensibilitätsstörungen oder Lähmungen ist häufig ein GdB von 30 bis 50 möglich. Bei schwerem Verlauf mit Gehunfähigkeit auch mehr. Wie du den Antrag stellst, erklären wir im GdB 50 Ratgeber.
Merkzeichen G und B — Gehbehinderung und Begleitperson
Wenn deine Mobilität eingeschränkt ist, kann das Versorgungsamt die Merkzeichen G (erhebliche Gehbehinderung) oder B (Begleitperson) eintragen. Damit bekommst du je nach Merkzeichen eine ÖPNV-Wertmarke, einen Parkerleichterungsausweis oder die Begleitung im Nahverkehr.
Pflegegrad statt GdB — wann welcher Antrag sinnvoll ist
Wenn alltägliche Verrichtungen wie Waschen, Anziehen oder Essen durch die PNP eingeschränkt sind, kann ein Pflegegrad nach SGB XI sinnvoller sein als ein GdB nach SGB IX. Pflegegrad bringt dir Sachleistungen (Pflegedienst), Geldleistungen (Pflegegeld) und Kombinationsleistungen. Deine Pflegekasse prüft den Antrag über ein Begutachtungsverfahren. In akuten Fällen hilft dir der Pflegegrad 5 Sofortantrag.
FAQ
Was ist die häufigste Ursache für Polyneuropathie?
Diabetes mellitus ist mit rund 30 % die häufigste Ursache, gefolgt von Alkohol (25–30 %) und Vitamin-B12-Mangel.
Ist Polyneuropathie heilbar?
Heilbar ist PNP nur, wenn die Ursache frühzeitig behandelt wird (zum Beispiel Blutzucker-Einstellung oder B12-Substitution). Bei fortgeschrittenen Nervenschäden bleibt oft eine Restsymptomatik – Symptome können aber deutlich gelindert werden.
Welcher Arzt ist für Polyneuropathie zuständig?
Die Diagnose und Therapie gehört in die Hände einer Neurologin oder eines Neurologen. Dein Hausarzt kann eine Überweisung ausstellen und Voruntersuchungen (Blutzucker, Laborwerte) machen.
Wie schnell schreitet Polyneuropathie fort?
Das hängt von der Ursache und der Behandlung ab. Bei gut eingestelltem Diabetes und konsequenter Therapie kann das Fortschreiten über Jahre verlangsamt werden. Unbehandelt schreiten die meisten Formen schleichend fort.
Bekomme ich bei Polyneuropathie einen Schwerbehindertenausweis?
Möglich ja, automatisch nein. Das Versorgungsamt prüft den Antrag nach VersMedV. Bei deutlichen Funktionseinschränkungen ist ein GdB von 30 bis 50 und mehr realistisch.
Welche Sozialleistungen helfen bei Polyneuropathie am meisten?
Die wichtigsten drei sind: Pflegegrad (SGB XI) für Unterstützung im Alltag, GdB nach SGB IX für Steuervorteile und Parkerleichterungen, sowie Reha-Maßnahmen (SGB V) zur Verlangsamung des Fortschreitens. Welche Leistung für dich passt, hängt von deiner individuellen Situation ab.
Wie lange dauert die Diagnose Polyneuropathie?
Von den ersten Symptomen bis zur gesicherten Diagnose vergehen in Deutschland oft 6 bis 18 Monate. Die Wartezeit auf einen Neurologen-Termin ist regional unterschiedlich – sie liegt zwischen 4 Wochen in Großstädten und 6 Monaten auf dem Land. Privatversicherte bekommen schneller Termine.
Praxisbeispiele aus der Beratung
Drei anonymisierte Fälle aus der Sozialrat-Beratungspraxis zeigen, wie unterschiedlich Polyneuropathie verlaufen kann und welche Wege helfen.
Fall 1: 58-jährige Frau mit Typ-2-Diabetes
Ausgangslage: Kribbeln in beiden Füßen seit zwei Jahren, HbA1c-Wert 8,9 %. Lösung: Optimierung der Diabetes-Therapie mit Hausarzt, Verordnung von diabetesadaptierten Fußbettungen nach § 33 SGB V, Bewegungstherapie als Reha-Maßnahme. Ergebnis: Symptome deutlich gebessert, kein Pflegegrad nötig, GdB 30 bewilligt. Lektion: konsequente Blutzucker-Einstellung lohnt sich auch nach Jahren.
Fall 2: 47-jähriger Mann mit Alkohol-PNP
Ausgangslage: brennende Schmerzen in Händen und Füßen, täglich 1 Liter Wein. Lösung: stationäre Entwöhnungsbehandlung über 8 Wochen, anschließend ambulante Suchttherapie, B1- und B12-Substitution, Krankengymnastik. Ergebnis: Schmerzen um 60 % reduziert nach 6 Monaten, GdB 40 bewilligt, Merkzeichen G erhalten. Lektion: Abstinenz kann das Fortschreiten stoppen, auch wenn die Nerven schon geschädigt sind.
Fall 3: 35-jährige Frau mit CIPN nach Brustkrebs
Ausgangslage: Taubheit in Fingerspitzen und Zehen nach Chemotherapie mit Taxanen. Lösung: spezialisierte Reha in einer onkologischen Klinik, Ergotherapie, Schmerztherapie mit Duloxetin. Ergebnis: leichte Besserung nach 18 Monaten, GdB 50 bewilligt, halbe Erwerbsminderungsrente beantragt. Lektion: CIPN kann über Jahre langsam zurückgehen, Sozialleistungen sichern das Einkommen.
Glossar: Fachbegriffe rund um Polyneuropathie
- Amitriptylin: älteres Antidepressivum, das auch bei neuropathischen Schmerzen wirkt. Wird niedrig dosiert verschrieben.
- CIDP: chronisch inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie. Autoimmun-Erkrankung mit schubweisem Verlauf.
- CIPN: Chemotherapy-Induced Peripheral Neuropathy. Nervenschäden durch Zytostatika.
- DDG: Deutsche Diabetes Gesellschaft. Fachgesellschaft für Diabetes-Erkrankungen.
- DGN: Deutsche Gesellschaft für Neurologie. Fachgesellschaft für Nervenheilkunde.
- Duloxetin: SNRI-Antidepressivum, das bei neuropathischen Schmerzen und bei Stressinkontinenz zugelassen ist.
- EMG: Elektromyographie. Misst die elektrische Aktivität der Muskeln.
- ENG: Elektroneurographie. Misst die Nervenleitgeschwindigkeit.
- Funikuläre Myelose: Schädigung des Rückenmarks durch Vitamin-B12-Mangel. Häufig von PNP begleitet.
- Gabapentin: Antikonvulsivum, das auch bei neuropathischen Schmerzen wirkt. Häufige Nebenwirkung: Müdigkeit.
- GdB: Grad der Behinderung. Zahl zwischen 10 und 100 nach VersMedV.
- Guillain-Barré-Syndrom: akute autoimmune Nervenentzündung. Meist nach Infekt.
- HbA1c: Langzeit-Blutzucker-Wert. Zeigt die Blutzucker-Einstellung der letzten 8–12 Wochen.
- ICD-10: International Classification of Diseases, Version 10. Diagnose-Code-System.
- NLG: Nervenleitgeschwindigkeit. Wird in m/s gemessen.
- PNP: Abkürzung für Polyneuropathie.
- Pregabalin: wie Gabapentin, aber mit längerer Halbwertszeit.
- Small-Fiber-Neuropathie: Schädigung nur der dünnen Nervenfasern. Häufig bei normalem NLG-Befund.
- TENS: Transkutane Elektrische Nervenstimulation. Gerät zur Schmerzlinderung.
- VersMedV: Versorgungsmedizin-Verordnung. Regelt die GdB-Bewertung beim Versorgungsamt.
Nächste Schritte — was du jetzt tun kannst
- Hausarzt-Termin vereinbaren und um Vorabklärung Blutzucker, B12, Schilddrüsenwerte bitten.
- Symptom-Tagebuch zwei Wochen führen – wann tritt Kribbeln oder Taubheit auf, wie stark, was hilft?
- Neurologe-Termin anfragen für eine Messung der Nervenleitgeschwindigkeit.
- GdB-Antrag prüfen: wenn die Mobilität eingeschränkt ist, beim Versorgungsamt einen Antrag auf Feststellung der Behinderung stellen.
- Kostenlose Sozialrat-Beratung nutzen – wir helfen dir, die passende Sozialleistung zu finden.
Wenn du unsicher bist, welche Leistung dir zusteht, oder du beim Antrag Unterstützung brauchst: Sozialrat Deutschland e. V. bietet eine kostenlose Erstberatung an.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Für eine auf deinen Fall zugeschnittene Einschätzung empfehlen wir die kostenlose Erstberatung von Sozialrat Deutschland e. V. Stand: 21.06.2026.
Quellen (extern):
- ICD-10-GM 2026, DIMDI
- AWMF S3-Leitlinie Polyneuropathien 2026
- Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)
- Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN)
- § 39 SGB V (Reha-Leistungen), gesetze-im-internet.de
- § 33 SGB V (Hilfsmittel), gesetze-im-internet.de
- § 152 SGB IX (GdB-Feststellung), gesetze-im-internet.de
- Versorgungsmedizin-Verordnung (VersMedV)
Quellen (intern):
- Erkrankungen: Neurologische Erkrankungen (Container)
- GdB 50 beantragen: Schritt-für-Schritt
- Widerspruch-Begründung 2026
- Pflegegrad 5 Sofortantrag
Autor: Salomo Swoboda, Vereinsgründer Sozialrat Deutschland e. V.

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