Leukämie 2026: ICD-10 C91 + Symptome + B-Symptome + Blutbild + Diagnose

Leukämie 2026: ICD-10 C91 + Symptome + B-Symptome + Blutbild + Diagnose

Autor: Salomo Swoboda · Vereinsgründer Sozialrat Deutschland e.V.

Stand: 22.06.2026 · Lesezeit: 10 Min · Geprüft gegen: § 27 SGB V (Krankenbehandlung) · § 152 SGB IX (GdB-Feststellung) · ICD-10-GM 2026 (BfArM) C91 · Versorgungsmedizin-Verordnung (VersMedV)

Kurzfassung (Featured Snippet): Leukämie (Blutkrebs, ICD-10-GM C91) zeigt sich schleichend durch B-Symptome (Fieber, Nachtschweiß, ungewollter Gewichtsverlust), anhaltende Müdigkeit, häufige Infekte und blasse Haut (Anämie). Die Diagnose läuft über ein auffälliges Blutbild (Leukozyten, Hämoglobin, Thrombozyten) und eine Knochenmarkpunktion. Die Therapie nach § 27 SGB V richtet sich nach der Form (ALL, AML, CLL, CML). Bei anhaltender Krankheit steht dir eine Schwerbehinderung nach § 152 SGB IX zu.


1. Was ist Leukämie? ICD-10 C91 und die vier Hauptformen

Leukämie — umgangssprachlich Blutkrebs — ist eine bösartige Erkrankung des blutbildenden Systems im Knochenmark. Im gesunden Zustand reifen dort Vorläuferzellen zu roten Blutkörperchen (Erythrozyten), weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten) heran. Bei Leukämie entarten die Vorläuferzellen der weißen Blutkörperchen und vermehren sich unkontrolliert. Sie verdrängen die gesunden Zellen im Knochenmark und treten oft in stark erhöhter Zahl ins Blut über.

1.1 ICD-10-GM C91 — die Klassifikation

In der internationalen Krankheitsklassifikation wird Leukämie unter ICD-10-GM C91 (seit 2020 vom BfArM, dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, gepflegt) eingeordnet. Die genaue Kodierung richtet sich nach der biologischen Form:

  • C91.0 Akute lymphatische Leukämie (ALL)
  • C91.1 Chronische lymphatische Leukämie (CLL)
  • C91.3 Prolymphozytäre Leukämie
  • C91.4 Haarzellenleukämie
  • C91.5 Adult T-cell Lymphom/Leukämie
  • C91.6 Prolymphozyten-Leukämie vom T-Zell-Typ
  • C91.7 Sonstige lymphatische Leukämie
  • C91.8 Reifzellige B-ALL (Burkitt-Leukämie)
  • C91.9 Lymphatische Leukämie, nicht näher bezeichnet

Die myeloiden Formen (akute und chronische myeloische Leukämie, AML und CML) findest du unter C92; sie sind biologisch verwandt, werden aber getrennt verschlüsselt.

Die zentrale Quelle für die deutsche Klassifikation ist das BfArM: https://www.bfarm.de/DE/Kodiersysteme/Klassifikationen/ICD/ICD-10-GM/_node.html.

1.2 ALL, AML, CLL, CML — die vier Haupttypen

Typ ICD-10 Verlauf Altersgipfel Häufigkeit
Akute lymphatische Leukämie (ALL) C91.0 akut, schnell Kinder + junge Erwachsene ca. 1–2 pro 100.000 / Jahr
Akute myeloische Leukämie (AML) C92.0 akut, schnell ältere Erwachsene ca. 3–4 pro 100.000 / Jahr
Chronische lymphatische Leukämie (CLL) C91.1 chronisch, schleichend ältere Erwachsene ca. 5–6 pro 100.000 / Jahr
Chronische myeloische Leukämie (CML) C92.1 chronisch mittleres Alter ca. 1–2 pro 100.000 / Jahr

In Deutschland erkranken jährlich etwa 13.000 Menschen neu an einer Leukämie. Die akuten Formen (ALL + AML) sind die häufigsten Leukämiearten bei Kindern — etwa ein Drittel aller kindlichen Krebserkrankungen sind Leukämien.

Wichtig: Die Form bestimmt die Therapie und die Heilungschancen. Eine pauschale Aussage „Leukämie ist heilbar“ oder „Leukämie ist unheilbar“ wird der Sache nicht gerecht — es kommt auf den konkreten Subtyp, das Stadium und dein Alter an. Sprich mit deinem Hämatologen/Onkologen über deine persönliche Prognose.


2. Symptome: Was du selbst erkennen kannst

Leukämie beginnt schleichend. Die Symptome entstehen, weil die entarteten Zellen die gesunden Blutzellen verdrängen. Es gibt kein einzelnes Leitsymptom — die Beschwerden sind anfangs oft unspezifisch und können mit harmlosen Infekten verwechselt werden.

Die häufigsten Frühwarnzeichen sind:

  • Anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung — anders als normale Müdigkeit, bessert sich auch nach Schlaf nicht
  • Blässe (insbesondere im Gesicht, an den Lippen und am Nagelbett) — Zeichen einer Anämie durch verdrängte rote Blutkörperchen
  • Häufige Infekte oder Infekte, die ungewöhnlich schwer verlaufen — weil die funktionsfähigen weißen Blutkörperchen fehlen
  • Verstärkte Blutungsneigung — Nasenbluten, Zahnfleischbluten, kleine punktförmige Hautblutungen (Petechien), lange blutende Wunden
  • Schlechte Wundheilung
  • Appetitlosigkeit und ungewollter Gewichtsverlust
  • Knochenschmerzen — besonders bei Kindern mit ALL typisch; dumpf, in den langen Röhrenknochen
  • Geschwollene Lymphknoten — vor allem am Hals, in den Achselhöhlen, in der Leiste
  • Vergrößerte Milz oder Leber — dumpfes Druckgefühl im linken oder rechten Oberbauch

Bei akuten Leukämien (ALL, AML) treten die Symptome innerhalb von Tagen bis wenigen Wochen auf. Bei chronischen Leukämien (CLL, CML) entwickeln sie sich oft über Monate bis Jahre und werden zufällig bei einer Routine-Blutuntersuchung entdeckt.

Wenn du mehrere dieser Symptome über mehr als zwei Wochen bemerkst: Vereinbare zeitnah einen Termin bei deiner Hausärztin/deinem Hausarzt und bitte um ein großes Blutbild. Das ist der erste und wichtigste Schritt.


3. B-Symptome: Die ärztlichen Warnsignale

In der Medizin spricht man von B-Symptomen, wenn drei spezifische Beschwerden zusammenkommen. Sie sind ein international etablierter Warnhinweis auf bösartige Erkrankungen — vor allem Lymphome und Leukämien.

B-Symptome sind definiert als:

  • B-Symptom 1: Fieber > 38 °C ohne erkennbare Infektion, das länger als zwei Wochen anhält (oder wiederkehrt)
  • B-Symptom 2: Nachtschweiß — so stark, dass du nachts die Kleidung oder das Bettlaken wechseln musst
  • B-Symptom 3: Ungewollter Gewichtsverlust von mehr als 10 % deines Körpergewichts innerhalb von 6 Monaten

Schon ein B-Symptom allein kann ein erster Hinweis sein. Drei B-Symptome zusammen deuten stark auf eine fortgeschrittene Erkrankung hin und sind in der Regel Anlass für eine umgehende Abklärung.

Was bedeutet das für dich konkret? Wenn du nachts schweißgebadet aufwachst, ungewollt an Gewicht verlierst und wiederholt ohne Infekt fieberst — geh zeitnah zum Arzt. Beschreibe die drei Symptome konkret und nenne das Wort „B-Symptome“. Das hilft deinem Arzt, die richtigen Schritte einzuleiten.


4. Blutbild: Welche Werte verändert sind

Das große Blutbild (Differenzialblutbild) ist die zentrale Diagnostik bei Leukämie-Verdacht. Es zeigt, ob die Zahl der Blutzellen auffällig verändert ist. Für die Bewertung vergleicht das Labor deine Werte mit den Referenzbereichen gesunder Erwachsener.

4.1 Leukozyten (weiße Blutkörperchen)

  • Normwert: 4.000–10.000 pro Mikroliter Blut
  • Bei Leukämie oft erhöht (Leukozytose, z. B. 30.000–300.000), aber auch erniedrigt möglich
  • Atypische, unreife Vorstufen ( Blasten ) im Ausstrich sind ein zentraler Hinweis auf akute Leukämie

4.2 Erythrozyten + Hämoglobin (Anämie)

  • Hämoglobin-Normwert: Frauen 12–16 g/dl, Männer 13–17 g/dl
  • Bei Leukämie oft erniedrigt (Anämie) — entsteht, weil die Leukämiezellen die Bildung roter Blutkörperchen im Knochenmark verdrängen
  • Typische Symptome: Müdigkeit, Blässe, Schwindel, Kurzatmigkeit bei Belastung

4.3 Thrombozyten (Blutplättchen)

  • Normwert: 150.000–400.000 pro Mikroliter Blut
  • Bei Leukämie oft erniedrigt (Thrombozytopenie) — wenn die Thrombozyten unter 50.000 fallen, steigt die Blutungsneigung deutlich
  • Symptome: punktförmige Hautblutungen, Nasenbluten, Zahnfleischbluten

Wichtig: Ein einzelner auffälliger Blutwert bedeutet nicht automatisch Leukämie. Infekte, Medikamente, Stress oder Eisenmangel können ähnliche Veränderungen auslösen. Die Diagnose wird erst durch die Kombination mehrerer Befunde und die Knochenmarkpunktion gesichert.

Mehr zur Interpretation von Blutwerten: https://sozialrat.org/darmkrebs-vorsorge-koloskopie/ (am Beispiel Darmkrebs-Vorsorge erklärt).


5. Diagnose: Vom Blutbild zur Knochenmarkpunktion

Wenn dein Blutbild auffällig ist und der Verdacht auf Leukämie besteht, überweist dein Hausarzt dich an einen Hämatologen/Hämatologin (Facharzt für Blutkrankheiten). Die Diagnose läuft dann in mehreren Stufen:

  1. Anamnese und körperliche Untersuchung — Symptome, Vorerkrankungen, Familienanamnese, Tastbefund (Lymphknoten, Milz, Leber)
  2. Großes Blutbild + Differentialblutbild — maschinelle und mikroskopische Analyse der Blutzellen
  3. Durchflusszytometrie (Immunphänotypisierung) — bestimmt, ob die entarteten Zellen lymphatischer oder myeloischer Herkunft sind
  4. Knochenmarkpunktion — Entnahme von Knochenmark aus dem Beckenkamm unter örtlicher Betäubung; gibt Aufschluss über den Anteil der Blasten (unreife Vorstufen)
  5. Zytogenetik + Molekulargenetik — Suche nach charakteristischen Chromosomen-Veränderungen (z. B. Philadelphia-Chromosom bei CML) für die Therapie-Wahl
  6. Bildgebung — Ultraschall (Lymphknoten, Milz), ggf. CT oder PET-CT bei Verdacht auf Organbefall

Spezialisten-Finder: Auf der Seite des Kompetenznetzes Leukämien (https://www.kompetenznetz-leukaemie.de/) findest du spezialisierte Zentren in deiner Nähe.


6. Was passiert nach der Diagnose? § 27 SGB V

Nach gesicherter Diagnose greift die Krankenbehandlung der gesetzlichen Krankenversicherung nach § 27 SGB V.

§ 27 Abs. 1 Satz 1 SGB V (verbatim, Stand 22.06.2026): „Versicherte haben Anspruch auf Krankenbehandlung, wenn sie notwendig ist, um eine Krankheit zu erkennen, zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhühen oder Krankheitsbeschwerden zu lindern.“

(Quelle: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__27.html)

Die konkrete Therapie hängt vom Subtyp, dem Alter, deinem Allgemeinzustand und der Risikoeinschätzung ab. Die wichtigsten Optionen sind:

  • Chemotherapie — meist als erste Maßnahme, vor allem bei akuten Leukämien
  • Zielgerichtete Therapie (Targeted Therapy) — z. B. Tyrosinkinase-Hemmer bei CML
  • Antikörpertherapie — z. B. Rituximab bei CLL
  • Stammzelltransplantation — allogen (von einem Spender) oder autolog (eigene Zellen); meist bei Hochrisiko- oder Rezidiv-Fällen
  • CAR-T-Zell-Therapie — neuere Form bei bestimmten ALL- und Lymphom-Formen
  • Erhaltungstherapie + Watch-and-Wait — bei langsamen CLL-Verläufen

Mehr zur Therapie findest du im Detail im Beitrag zu Brustkrebs-Therapie (am Beispiel der Chemotherapie erklärt): https://sozialrat.org/brustkrebs-therapie-operation/.

Ehrliche Aussage: Die Heilungschancen sind je nach Subtyp sehr unterschiedlich. Die ALL im Kindesalter hat Heilungschancen von etwa 90 %. Die AML ist stark abhängig vom Alter und vom genetischen Risikoprofil — bei jüngeren Erwachsenen deutlich besser als bei hochbetagten Patient:innen. Die CML ist unter dauerhafter Tyrosinkinase-Hemmer-Therapie bei den meisten Patient:innen gut kontrollierbar. Die CLL verläuft oft über Jahre schleichend und erfordert nicht immer sofortige Therapie.


7. Schwerbehinderung: § 152 SGB IX und GdB

Wenn die Erkrankung länger als sechs Monate andauert und deine Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt, hast du Anspruch auf Feststellung einer Schwerbehinderung durch das Versorgungsamt. Die Grundlage ist § 152 SGB IX in Verbindung mit der Versorgungsmedizin-Verordnung (VersMedV).

§ 152 Abs. 1 SGB IX (verbatim, Stand 22.06.2026): „Auf Antrag des behinderten Menschen stellen die für die Durchführung des Vierzehnten Buches zuständigen Behörden das Vorliegen einer Behinderung und den Grad der Behinderung zum Zeitpunkt der Antragstellung fest.“

(Quelle: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9_2018/__152.html)

GdB-Richtwerte nach VersMedV (typische, nicht pauschale Werte):

Phase Typischer GdB-Bereich
Akute Behandlungsphase (ALL/AML, intensive Chemo) 50–80
Chronische Phase unter Erhaltungstherapie (CML, CLL) 30–60
Komplette Remission, ohne Folgeschäden 20–40
Fortgeschrittene Erkrankung, Rezidiv oder Transplantation 80–100

Die GdB-Werte sind Anhaltspunkte, keine festen Grenzen. Das Versorgungsamt berücksichtigt immer deine individuelle Situation — Begleiterkrankungen, Therapiefolgen (z. B. Fatigue, Neuropathien), psychische Belastung.

Mehr zum Antragsweg: https://sozialrat.org/gdb-50-beantragen/.


8. FAQ — Häufige Fragen

Ist Leukämie vererbbar?

In den allermeisten Fällen nein. Es gibt einzelne genetische Veränderungen (z. B. Trisomie 21), die das Risiko leicht erhöhen, aber eine direkte Vererbung wie bei anderen Krebsarten gibt es nicht. Wenn in deiner Familie mehrere Fälle von Blutkrebs aufgetreten sind, sprich mit deinem Arzt darüber.

Wie schnell muss eine Leukämie behandelt werden?

Akute Leukämien (ALL, AML) sind ein medizinischer Notfall — die Therapie beginnt innerhalb von Tagen nach Diagnose. Chronische Leukämien (CLL, CML) werden oft über Jahre beobachtet, bevor eine Therapie nötig ist („Watch and Wait“).

Was ist der Unterschied zwischen Leukämie und Lymphom?

Leukämie entsteht primär im Knochenmark und betrifft das Blut. Lymphome entstehen in den Lymphknoten oder im lymphatischen Gewebe. Die Behandlung überschneidet sich teilweise, ist aber je nach Typ unterschiedlich.

Kann ich mit Leukämie noch arbeiten?

Das hängt von deiner Form, deinem Allgemeinzustand und deiner Therapie ab. In der akuten Phase bist du in der Regel arbeitsunfähig. Nach Remission oder bei stabiler chronischer Erkrankung ist eine Rückkehr in den Beruf oft möglich — gegebenenfalls mit stufenweiser Wiedereingliederung nach § 74 SGB V oder einem Schwerbehinderten-Status.

Brauche ich eine spezielle Ernährung?

Es gibt keine Leukämie-Diät, die heilt. Wichtig ist eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung, die dein Immunsystem und dein Gewicht stabil hält. Sprich mit deinem Behandlungsteam über mögliche Anpassungen — besonders während der Chemotherapie, wenn der Geschmackssinn sich verändert und das Infektionsrisiko für bestimmte Lebensmittel steigt.

Wo finde ich eine Selbsthilfegruppe?

Die Deutsche Leukämie- & Lymphom-Hilfe (https://www.leukaemie-hilfe.de/) und die Deutsche Krebshilfe (https://www.krebshilfe.de/) bieten regionale Selbsthilfegruppen und Online-Austausch. Auch der Krebsinformationsdienst (0800 – 420 30 40) hilft kostenfrei bei der Suche.

Was bedeutet „Remission“?

Remission bedeutet, dass die Krankheitszeichen zurückgegangen sind. Man unterscheidet komplette Remission (keine Leukämiezellen mehr nachweisbar) von partieller Remission (deutliche Reduktion). Eine komplette Remission ist nicht zwingend gleichbedeutend mit Heilung — die engmaschige Nachsorge bleibt wichtig.

Was kostet die Behandlung?

Wenn du gesetzlich krankenversichert bist, übernimmt die Kasse alle medizinisch notwendigen Behandlungen nach § 27 SGB V — von der Diagnostik über die Therapie bis zur Nachsorge. Zuzahlungen fallen an für stationäre Aufenthalte (10 €/Tag, max. 28 Tage/Jahr) und für einige Medikamente. Bei einer Belastungsgrenze von 2 % (bzw. 1 % bei chronisch Kranken) deines Bruttoeinkommens bist du für den Rest des Jahres von Zuzahlungen befreit.


9. Deine nächsten Schritte

  1. Symptome ernst nehmen: Wenn du mehrere B-Symptome oder auffällige Blutbild-Veränderungen bemerkst, vereinbare zeitnah einen Termin bei deiner Hausärztin/deinem Hausarzt.
  2. Großes Blutbild anfordern: Das ist der erste und wichtigste Schritt — einfach und schnell.
  3. Bei Verdacht: Hämatologe/Hämatologin: Lass dich an einen Facharzt für Blutkrankheiten überweisen.
  4. Nach Diagnose: Therapie nach § 27 SGB V — Chemotherapie, Stammzelltransplantation oder andere zielgerichtete Therapien je nach Subtyp.
  5. Schwerbehinderten-Antrag: Stelle den Antrag beim Versorgungsamt nach § 152 SGB IX — am besten schon während der laufenden Therapie: https://sozialrat.org/gdb-50-beantragen/.
  6. Selbsthilfe suchen: Die Deutsche Leukämie- & Lymphom-Hilfe (https://www.leukaemie-hilfe.de/) und regionale Gruppen bieten Erfahrungsaustausch und Beratung.
  7. Zweitmeinung einholen: Bei einer so ernsten Diagnose ist eine Zweitmeinung in einem spezialisierten Zentrum (Universitätsklinik, Kompetenznetz Leukämien) empfehlenswert.

10. Wichtige Adressen

  • Krebsinformationsdienst (DKFZ): https://www.krebsinformationsdienst.de/ · 0800 – 420 30 40 (kostenfrei)
  • Deutsche Krebshilfe: https://www.krebshilfe.de/ · Infonetz Krebs: 0800 – 80 70 88 77
  • Kompetenznetz Leukämien: https://www.kompetenznetz-leukaemie.de/
  • Deutsche Leukämie- & Lymphom-Hilfe: https://www.leukaemie-hilfe.de/
  • Stiftung Deutsche Leukämie-Forschung: https://www.deutsche-leukaemie-forschung.de/
  • Sozialverband VdK (Rechtliche Hilfe bei GdB-Verfahren): https://www.vdk.de/
  • SoVD (Rechtliche Hilfe): https://www.sovd.de/

11. Rechtliches

Dieser Beitrag dient der Information, nicht der Rechtsberatung. Die Darstellung der gesetzlichen Ansprüche (§ 27 SGB V, § 152 SGB IX) wurde mit größter Sorgfalt auf Basis des aktuellen Gesetzestextes (Stand 22.06.2026, https://www.gesetze-im-internet.de) erstellt, ersetzt aber keine individuelle Beratung.

Medizinische Aussagen: Leukämie ist eine ernste Erkrankung, deren Heilungschancen stark vom Subtyp und individuellen Faktoren abhängen. Jede Diagnose und Therapie sollte individuell mit qualifizierten Fachärzten (Hämatologie/Onkologie) besprochen werden. Diese Darstellung kann keine ärztliche Beratung ersetzen — bei Beschwerden wende dich immer an eine Ärztin oder einen Arzt.

Bei Konflikt mit der Krankenkasse oder dem Versorgungsamt: Sozialverband VdK (https://www.vdk.de/), SoVD (https://www.sovd.de/) oder Verbraucherzentrale (https://www.verbraucherzentrale.de/).

Geprüft gegen § 27 SGB V + § 152 SGB IX + ICD-10-GM 2026 (BfArM, C91) + VersMedV. Stand: 22.06.2026.

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