Krisendienst 2026: Notfall-Nummern für Suizidprävention + seelische Not
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Meta-Title: Krisendienst Notfall-Nummer 2026
Meta-Description: Krisendienst 2026: Notfall-Nummern Suizidprävention — Telefonseelsorge 0800 111 0 111, UPD, Nummer gegen Kummer 116111.
Autor: Salomo Swoboda | Stand: 22.06.2026
Lesezeit: ca. 11 Min. | Wortanzahl: ~1.900
🚨 Wenn du jetzt in Not bist — diese Nummer wählen
Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222
(kostenlos, 24 Stunden, 365 Tage, anonym)
Du bist nicht allein. Wenn du gerade einen Blackout hast, nicht mehr weiter weißt oder Gedanken hast, dir etwas anzutun — nimm jetzt ab, lass dich verbinden, rede mit jemandem. Ein Anruf dauert keine fünf Minuten, kostet nichts und kann der Wendepunkt sein.
Für Kinder und Jugendliche: Nummer gegen Kummer 116 111.
Für akute Lebensgefahr: Notruf 112.
Dieser Beitrag zeigt dir, welche Krisendienste es in Deutschland gibt, wann du welche Nummer wählst und wie du Angehörige in Not unterstützen kannst.
Was ist ein Krisendienst — und wann rufst du an?
Ein Krisendienst ist eine telefonische oder Online-Beratung für Menschen in seelischen Ausnahmesituationen. Du erreichst dort geschulte Beraterinnen und Berater — anonym, vertraulich und ohne Termin.
Wann ein Anruf sinnvoll ist:
- Suizidgedanken oder Selbstverletzung
- Akute Angst, Panik, depressive Krise
- Überwältigung durch Trauma, Verlust oder Gewalt
- Einsamkeit, die dich nicht mehr loslässt
- Suchtdruck oder Rückfall
- Akute Überforderung als Angehörige oder Angehöriger
Wann du den Notruf 112 wählen solltest:
- Lebensgefahr (eigene oder andere)
- Bewusstlosigkeit, schwere Verletzung
- Akute Fremd- oder Eigengefährdung, die nicht mehr aufschiebbar ist
Was eine seelische Krise von einer akuten Krise unterscheidet
Eine seelische Krise ist ein psychischer Ausnahmezustand, der Tage bis Wochen dauern kann: tiefe Traurigkeit, Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, Sinnlosigkeitsgefühle. Eine akute Krise ist ein plötzlicher Höhepunkt — der Moment, in dem du jetzt, in den nächsten Minuten, nicht mehr weiter weißt. Genau für diesen Moment ist die Telefonseelsorge da. Wenn eine Person im akuten Zustand die Schwelle zum Handeln überschreitet, ist der Notruf 112 der nächste Schritt.
Mehr zu Krankheitsbildern, die in eine Krise münden können, findest du im Beitrag PTBS — Posttraumatische Belastungsstörung.
Telefonseelsorge 0800 111 0 111 / 0800 111 0 222
Die Telefonseelsorge ist der zentrale Krisendienst der evangelischen und katholischen Kirche in Deutschland. Sie ist rund um die Uhr erreichbar, kostenlos und arbeitet anonym.
Nummern:
- 0800 111 0 111 (Hauptnummer)
- 0800 111 0 222 (Zweitnummer, parallel geschaltet)
Was dich erwartet:
- Geschulte ehrenamtliche Beraterinnen und Berater (oft mit psychologischer oder seelsorgerischer Ausbildung)
- Kein Skript, keine Diagnose, keine Therapeuten-Sprache
- Zuhören, Mittragen, gemeinsam sortieren
- Bei Bedarf Weitervermittlung an regionale Hilfsdienste
Was die Telefonseelsorge nicht ist:
- Keine medizinische Notfallversorgung (dafür 112)
- Keine Therapie (nur akute Krisenintervention)
- Kein Ersatz für einen ambulanten Psychotherapieplatz
Du kannst mehrfach anrufen. Niemand zwingt dich, beim ersten Mal alles zu erzählen. Ein Anruf ist keine Verpflichtung — du entscheidest, wie lange du bleibst.
Quelle: telefonseelsorge.de — Trägerkonferenz der evangelischen und katholischen Telefonseelsorge.
UPD Unabhängige Patientenberatung 0800 011 77 22
Die Stiftung Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) berät kostenfrei zu Patientenrechten, Krankenkassen-Leistungen und Behandlungsfehlern — auch in psychischen Belastungssituationen.
Nummer: 0800 011 77 22
(kostenlos aus allen deutschen Netzen)
Wann die UPD hilft:
- Du sollst eine Psychotherapie antreten, weißt aber nicht, wie du den Platz bekommst
- Die Krankenkasse lehnt eine Behandlung ab
- Du fragst dich, ob ein ärztlicher Eingriff nötig war
- Du brauchst eine zweite Meinung zu Medikamenten oder Diagnosen
Wichtig: Die UPD ist KEIN Krisendienst für akute Suizidgefährdung. Dafür ist die Telefonseelsorge 0800 111 0 111 zuständig.
Quelle: patientenberatung.de — Stiftung Unabhängige Patientenberatung Deutschland.
Nummer gegen Kummer 116 111 — für Kinder und Jugendliche
Kinder und Jugendliche haben eigene Sorgen, eigene Worte und brauchen eigene Ansprechpersonen. Der Kinder- und Jugendtelefon des Vereins Nummer gegen Kummer ist genau dafür da.
Nummern:
- 116 111 — Kinder- und Jugendtelefon (Mo–Sa 14–20 Uhr)
- 0800 111 0 550 — Elterntelefon (Mo–Fr 9–17 Uhr)
Wer anruft:
- Kinder und Jugendliche bis 21 Jahre
- Eltern, Großeltern, Erziehungsberechtigte
- Auch Lehrerinnen und Lehrer, die sich Sorgen machen
Wie funktioniert das Gespräch?
- Anonym, vertraulich, kostenlos
- Du wirst nicht ausgefragt — du redest, die Beraterin hört zu
- Bei Bedarf bekommst du Tipps für den nächsten Schritt (Schule, Jugendamt, Therapeut)
Quelle: nummergegenkummer.de — Verein Nummer gegen Kummer e. V.
Krisenchat.de — Online-Beratung 14–21 Jahre
Nicht jeder möchte am Telefon sprechen. Für junge Menschen zwischen 14 und 21 Jahren gibt es den Krisenchat, eine Online-Beratung per Chat.
Website: krisenchat.de
So funktioniert es:
- Chat über die Website oder per WhatsApp
- Werktags 18–22 Uhr, Wochenende 14–22 Uhr
- Geschulte psychologische Beraterinnen und Berater
- Anonym, schriftlich, ohne Druck
Themen, bei denen der Krisenchat unterstützt:
- Selbstverletzung
- Depression
- Familienstreit, Trennung der Eltern
- Gewalt, Missbrauch
- Cybermobbing
- Fragen zur sexuellen Identität
Gerade für Jugendliche ist Chat-Beratung oft leichter als ein Anruf — du kannst in deinen Worten formulieren, pausieren, nochmal lesen.
Regionale Krisendienste und Notaufnahme
Neben den bundesweiten Nummern gibt es regionale Krisendienste — auch Krisendienst Bayern, Psychiatrische Notaufnahmen und sozialpsychiatrische Dienste der Landkreise.
Wie du den regionalen Krisendienst findest
- Google-Suche: „Krisendienst [dein Bundesland]“ + „Notfall“
- Beispiel: Krisendienst Bayern: 0800 655 3000 (täglich, rund um die Uhr)
- Beispiel: Psychiatrische Notaufnahme — die nächste Klinik findest du über die Kassenärztliche Vereinigung (KV) deines Bundeslandes
Psychiatrische Notaufnahme — wann direkt hinfahren?
Wenn jemand akut selbst- oder fremdgefährlich ist und eine freie Willensbildung nicht mehr möglich scheint, ist die psychiatrische Notaufnahme der richtige Ort. Die Aufnahme ist nach PsychKG (Psychisch-Kranken-Gesetz) der Länder möglich.
Mehr dazu im verwandten Beitrag: Psychiatrische Einweisung und Zwangsbehandlung.
Für Angehörige: Wie erkennst du, dass jemand Hilfe braucht?
Wenn du dir um eine andere Person Sorgen machst, achte auf diese Warnzeichen:
- Verbale Signale: „Ich will nicht mehr.“ „Es hat alles keinen Sinn mehr.“ „Ihr wärt besser dran ohne mich.“
- Verhaltensänderungen: Rückzug, Wegwerfen von persönlichen Dingen, plötzliche Ruhe nach langer Unruhe
- Konkretes Planen: Verschenken, Abschiedsbrief, Suche nach Mitteln
- Konsum von Alkohol oder Medikamenten in ungewöhnlichem Ausmaß
Was du tun kannst
- Frage direkt nach. Studien zeigen: Die Frage „Denkst du daran, dir etwas anzutun?“ löst keine Suizidalität aus — sie eröffnet einen Raum.
- Höre zu, ohne zu bewerten. Keine „Wird schon“-Sätze, kein Schulterklopfen.
- Bleib in der Nähe. Alleinsein verschärft die Krise.
- Rufe gemeinsam die 0800 111 0 111 an. Die Beraterinnen und Berater leiten euch an.
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention (DGS) — Leitfaden für Angehörige.
Wer zahlt die Krisendienste?
Die meisten bundesweiten Krisendienste sind kostenlos, weil sie als gemeinnützige Vereine oder Stiftungen organisiert sind:
- Telefonseelsorge — Zuwendung aus Kirchensteuermitteln und Spenden
- Nummer gegen Kummer — Bundesministerium für Familie, Spenden, Mitgliedsbeiträge
- UPD — Förderung durch den GKV-Spitzenverband nach § 65b SGB V (Patientenberatung)
- Krisenchat — Bundesministerium für Familie und Bundesstiftung Magnus Hirschfeld
§ 65b SGB V ist die Norm, die eine unabhängige Patientenberatung als Regelleistung absichert.
Quelle: gesetze-im-internet.de/sgb_5/__65b.html (Verbatim-Verifikation empfohlen vor Stage 3).
Wie du dich auf einen Anruf vorbereiten kannst
Viele Menschen scheuen den Anruf, weil sie nicht wissen, was sie sagen sollen. Das ist normal. Es gibt kein „falsches“ Sprechen in der Krisenberatung. Trotzdem hilft es, ein paar Gedanken zu sortieren:
Vor dem Anruf:
- Atme dreimal langsam ein und aus. Das senkt die akute Anspannung.
- Nimm dir ein Glas Wasser. Die kleinste körperliche Handlung verschiebt den Fokus.
- Wähle die Nummer, auch wenn du nur „Hallo“ sagen kannst.
Im Gespräch:
- Du kannst sagen: „Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll.“ — die Beraterin fragt dann weiter.
- Du musst keine Diagnose nennen. Du musst nichts begründen.
- Wenn du nicht mehr weiter weißt, sag einfach „Ich kann gerade nicht mehr.“
- Du kannst jederzeit auflegen. Du kannst auch an einem anderen Tag wieder anrufen.
Nach dem Anruf:
- Schreib auf, was dir wichtig war. Das hilft beim nächsten Gespräch.
- Wenn der Druck wiederkommt, ist ein weiterer Anruf kostenlos.
- Bei sehr schweren Zuständen: Hausärztin oder Hausarzt für eine Überweisung zum psychiatrischen Notdienst ansprechen.
Viele Anruferinnen und Anrufer berichten, dass allein das Wählen der Nummer den schlimmsten Druck nimmt. Der erste Schritt ist nicht das Reden — er ist die Entscheidung, abzuheben.
Suizidprävention ist mehr als Krisendienst
Die nationale Suizidpräventionsstrategie der Bundesregierung (2025) nennt vier Säulen:
- Aufklärung — Suizid ist kein Tabu, sondern ein Gesundheitsthema.
- Versorgung — flächendeckende Krisendienste, ambulante und stationäre Psychiatrie, Psychotherapie.
- Nachsorge — Begleitung von Hinterbliebenen und Überlebenden (Suizidversuch).
- Forschung und Datenerhebung — evidenzbasierte Präventionsprogramme.
Quelle: Bundesministerium für Gesundheit — Suizidprävention
Häufige Fragen (FAQ)
Was kostet ein Anruf bei der Telefonseelsorge?
Gar nichts. Die Nummern 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222 sind aus allen deutschen Netzen kostenlos. Du brauchst kein Guthaben, keine Anmeldung, nichts.
Kann ich anonym anrufen?
Ja. Die Telefonseelsorge zeigt deine Nummer nicht an und fordert keine persönlichen Daten. Du kannst einen falschen Namen nennen, die Beraterinnen und Berater werden dich nicht überprüfen.
Was, wenn ich nicht deutsch spreche?
Die Telefonseelsorge bietet Beratung in mehreren Sprachen an und vermittelt bei Bedarf an muttersprachliche Stellen. Für Englisch gibt es spezielle Beratungsangebote.
Wie lange dauert ein Gespräch?
So lange du willst. Manche Gespräche dauern 10 Minuten, andere 90 Minuten. Es gibt keine Zeitbegrenzung.
Darf ich mehrfach anrufen?
Ja. Du kannst jeden Tag anrufen, dieselbe Person erreichen oder jedes Mal jemand anderen. Niemand protokolliert deine Identität.
Was, wenn ich für jemand anderen anrufe?
Das geht. Die Telefonseelsorge berät auch Angehörige, die sich um eine Person sorgen. Du bekommst Tipps, wie du handeln kannst, ohne die andere Person zu überfordern.
Wichtige Notfall-Nummern auf einen Blick
| Nummer | Dienst | Wann |
|---|---|---|
| — | — | — |
| **112** | Rettungsdienst / Polizei | Lebensgefahr, akute medizinische Notfälle |
| **0800 111 0 111** | Telefonseelsorge | Suizidgedanken, seelische Krise — 24/7 |
| **0800 111 0 222** | Telefonseelsorge (Zweitnummer) | Wie 0800 111 0 111 |
| **0800 011 77 22** | UPD Patientenberatung | Patientenrechte, Krankenkasse, Zweitmeinung |
| **116 111** | Kinder- und Jugendtelefon | Junge Menschen in Not |
| **0800 111 0 550** | Elterntelefon | Eltern, die sich Sorgen machen |
| **0800 655 3000** | Krisendienst Bayern (Beispiel) | Regional, je nach Bundesland |
Was du jetzt tun kannst
- Speichere die Nummer 0800 111 0 111 in deinem Handy. Heute, jetzt, sofort. Nicht erst, wenn du sie brauchst.
- Erzähle einer Person davon. Wenn dein engster Kreis weiß, dass Krisendienste existieren, kann er in der Not handeln.
- Schreib dir einen Notfallplan. Drei Telefonnummern, ein Freund, ein Ort, an dem du dich sicher fühlst.
Rechtlicher Hinweis (RDG)
Dieser Beitrag ist Information, keine Beratung. Wenn du dich in akuter Not befindest, wende dich an die genannten Krisendienste oder deine Hausärztin, deinen Hausarzt. Diese Seite ersetzt keine Diagnose, keine Therapie und keine Rechtsberatung. Für psychotherapeutische Versorgung findest du Unterstützung im Beitrag Depression: Symptome und Behandlung und zur Suche nach einem Therapieplatz im Beitrag Psychotherapie-Platz finden.
Quellen und weiterführende Links
- Telefonseelsorge Deutschland
- Nummer gegen Kummer
- Krisenchat.de
- Stiftung Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD)
- Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention (DGS)
- Nationale Suizidpräventionsprogramm
- § 65b SGB V — Förderung der unabhängigen Patientenberatung
Wenn du diesen Beitrag liest und selbst gerade Hilfe brauchst — ruf an. Es kostet dich nichts außer ein paar Minuten. Du verdienst Hilfe. Du bist nicht allein.

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