Kurzdefinition: Beim Buergergeld bleibt ein Teil deines Erwerbseinkommens anrechnungsfrei (§ 11b Abs. 2 SGB II). Der Freibetrag wird nicht vom Einkommen abgezogen, sondern oberhalb deines Regelbedarfs + KdU gelassen.
Wie hoch ist der Freibetrag 2026?
Nach § 11b Abs. 2 SGB II (Stand 01.01.2026) sind die ersten 100 Euro deines Brutto-Erwerbseinkommens vollstaendig anrechnungsfrei. Fuer den darueber hinausgehenden Teil gilt eine gestaffelte Freibetragsregel:
- 100,01 – 520 Euro: 20 % anrechnungsfrei
- 520,01 – 1.000 Euro: 30 % anrechnungsfrei
- ab 1.000,01 Euro: 10 % anrechnungsfrei (ohne Obergrenze)
Beispiel-Rechnung: Du verdienst 800 Euro brutto. Davon anrechnungsfrei: 100 Euro + 84 Euro (20 % von 420 Euro) + 144 Euro (30 % von 480 Euro) = 328 Euro Freibetrag. Nur 472 Euro werden auf das Buergergeld angerechnet.
Was zaehlt als Erwerbseinkommen?
Zum Erwerbseinkommen im Sinne des § 11b SGB II zaehlen alle Einkuenfte aus nicht-selbststaendiger und selbststaendiger Arbeit: Brutto-Gehalt aus abhaengiger Beschaeftigung (Minijob, Teilzeit, Vollzeit), Einnahmen aus selbststaendiger Taetigkeit (nach Abzug von Betriebsausgaben und Steuern), Ausbildungs-Verguetung und Minijob-Gehalt bis 556 Euro/Monat (Minijob-Grenze 2026). Nicht als Erwerbseinkommen gezaehlt werden: Kindergeld, Elterngeld (bis 300 Euro), Wohngeld, Kinderzuschlag, Pflegegeld.
Erwerbstaetigen-Freibetrag bei Selbststaendigen
Fuer Selbststaendige gilt der Freibetrag nach § 11b Abs. 2 SGB II ebenfalls. Die Berechnung erfolgt aber auf Basis des Betriebsgewinns (Einnahmen minus Betriebsausgaben, ohne Abschreibungen). Verluste aus selbststaendiger Taetigkeit koennen nach § 11b Abs. 3 SGB II in das Folgejahr uebertragen werden.
Haeufige Fehler bei der Freibetrags-Berechnung
Das Jobcenter rechnet den Freibetrag nicht automatisch richtig. Vier haeufige Fehler: 1) Brutto statt Netto: Freibetrag wird auf Netto-Einkommen angewendet (§ 11b Abs. 2 S. 2 SGB II). 2) Einmal-Zahlungen: Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld werden auf 12 Monate verteilt (§ 11b Abs. 1 S. 3 SGB II). 3) Werbungskosten-Pauschale: 1000 Euro/Jahr werden ohne Nachweis abgezogen. 4) Kind-Freibetrag: Fuer Kinder im Haushalt gilt ein zusaetzlicher Freibetrag von bis zu 330 Euro (§ 11b Abs. 2 S. 3 SGB II).
Was tun, wenn das Jobcenter den Freibetrag falsch berechnet?
Pruefe deinen Buergergeld-Bescheid auf den Freibetrag und lege bei Fehlern innerhalb eines Monats Widerspruch ein (§ 84 SGG). Hole dir Hilfe beim Sozialverband VdK, Sozialverband Deutschland oder einer Beratungsstelle nach § 16h SGB II (Schuldner- und Suchtberatung).
Buergergeld-Freibetrag 2026 – Zusammenfassung
Der Freibetrag nach § 11b Abs. 2 SGB II ist ein wichtiger Anreiz, damit Buergergeld-Beziehende ohne Angst vor Total-Entzug einer Erwerbstaetigkeit nachgehen koennen. Die gestaffelte Regelung (100 Euro + 20 %/30 %/10 %) gilt fuer alle Erwerbstaetigen.
Quellen und weiterfuehrende Informationen
- § 11b SGB II – Absetzbetraege (gesetze-im-internet.de)
- Freibetraege bei Erwerbstaetigkeit (BMAS)
- Freibetraege berechnen (Bundesagentur fuer Arbeit)
Hinweis: Diese Information ersetzt keine Rechtsberatung. Bei rechtlichen Fragen wende dich an einen Rechtsanwalt oder eine zugelassene Beratungsstelle nach § 3 RDG. In akuten Krisen waehle den Krisendienst 0800 / 111 0 111 oder 0800 / 111 0 222 (24/7, kostenlos).
Autor: Salomo Swoboda · Verfasst am: 22.06.2026

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