Asthma bronchiale 2026: ICD-10 J45 + Stufenplan GINA + Therapie
Kurz & kompakt: Asthma bronchiale ist eine chronisch-entzündliche Atemwegserkrankung, die nach ICD-10-GM unter dem Code J45 dokumentiert wird. Die Therapie folgt dem Stufenplan GINA mit inhalativen Corticosteroiden (ICS) und Bronchodilatatoren. Die Krankenkasse übernimmt nach § 27 SGB V ärztliche Behandlung, Inhalativa und Reha-Maßnahmen. Bei schwerem Asthma ist eine Schwerbehinderung nach § 152 SGB IX mit GdB 50–100 möglich.
Asthma bronchiale ist eine chronisch-entzündliche Atemwegserkrankung — bei der Diagnose steht im Arztbrief meist ICD-10 J45. Du hast Anspruch auf Krankenbehandlung nach § 27 SGB V, und je nach Schweregrad kann ein GdB ab 50 nach § 152 SGB IX festgestellt werden. Dieser Beitrag zeigt dir, wie die Diagnose dokumentiert wird, welche Therapieoptionen es laut GINA-Stufenplan 2024+ gibt und welche Leistungen deine Krankenkasse übernimmt.
Was ist Asthma bronchiale?
Asthma bronchiale ist eine chronische Entzündung der Atemwege, bei der die Bronchien überempfindlich reagieren und sich verengen. Typisch sind wiederkehrende Anfälle mit Atemnot, Husten, pfeifender Atmung und Engegefühl in der Brust. In Deutschland sind etwa 5–8 % der Erwachsenen und 10 % der Kinder betroffen. Die Diagnose wird nach ICD-10-GM J45 dokumentiert und erfordert eine Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie) sowie einen Reversibilitätstest.
ICD-10 J45 — Die Subtypen im Überblick
Das ICD-10-GM-Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) listet Asthma bronchiale unter J45 mit folgenden Subtypen:
- J45.0 — Vorwiegend allergisches Asthma bronchiale
- J45.1 — Nichtallergisches (intrinsisches) Asthma bronchiale
- J45.8 — Mischformen
- J45.9 — Asthma bronchiale, nicht näher bezeichnet
Die genaue Subkodierung beeinflusst die spätere Begutachtung beim Versorgungsamt (siehe unten). Wichtig: Nur ein Arzt darf die Diagnose stellen — Selbstdiagnose per App oder Internet ist nicht zulässig.
Symptome und Diagnose
Die vier Leitsymptome sind:
- Anfallsartige Atemnot (besonders nachts oder in den frühen Morgenstunden)
- Pfeifende Atmung (Giemen)
- Engegefühl in der Brust
- Husten mit zähem Schleim
Zur Abklärung führt der Lungenfacharzt (Pneumologe) folgende Untersuchungen durch:
- Spirometrie mit FEV₁-Messung (forciertes exspiratorisches Volumen in 1 Sekunde)
- Bronchospasmolysetest (Reversibilität nach Inhalation eines Bronchodilatators)
- Peak-Flow-Messung (Verlauf über 2–4 Wochen)
- Allergietest bei Verdacht auf allergisches Asthma (Prick-Test, IgE-Bestimmung)
- FeNO-Messung (Stickstoffmonoxid in der Ausatemluft) zur Bestimmung der Entzündungsaktivität
Stufenplan GINA 2024+ — Die Therapie-Logik
Die Global Initiative for Asthma (GINA) veröffentlicht jährlich aktualisierte Leitlinien. Der GINA-Stufenplan unterscheidet seit 2024 zwischen zwei Tracks (Track 1 mit ICS-Formoterol als bevorzugtem Reliever, Track 2 mit alternativen Optionen). Die Therapie richtet sich nach dem Grad der Asthma-Kontrolle (gut kontrolliert, teilweise kontrolliert, unkontrolliert) — dieser wird mit dem Asthma Control Test (ACT) gemessen.
Wichtig: Die folgende Darstellung ist eine Übersicht zur Aufklärung, keine Therapieempfehlung. Die Medikamentenauswahl und Dosisanpassung obliegt ausschließlich deinem behandelnden Arzt oder deiner Ärztin.
GINA-Stufe 1–2 (leichtes Asthma)
- Bedarfsmedikation (Reliever) als ICS-Formoterol (inhalatives Corticosteroid + langwirksames Beta-2-Sympathomimetikum) bevorzugt (GINA-Empfehlung seit 2019)
- Alternative: SABA (kurzwirksames Beta-2-Sympathomimetikum wie Salbutamol) + ICS bei Bedarf
- Bei allergischem Asthma ggf. zusätzlich spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung)
GINA-Stufe 3 (mittelschweres Asthma)
- Niedrig dosiertes ICS + LABA (langwirksames Beta-2-Sympathomimetikum) als Erhaltungstherapie
- ICS-Formoterol als Reliever (Single-Maintenance-and-Reliever-Therapy, SMART)
- Ziel: Symptomkontrolle, Vermeidung von Exazerbationen
GINA-Stufe 4 (mittelschweres bis schweres Asthma)
- Mittel- bis hochdosiertes ICS + LABA
- Zusätzlich LAMA (langwirksames Anticholinergikum, z. B. Tiotropium) möglich
- Bei eosinophilem Asthma: Biologika wie Anti-IL-5 (Mepolizumab), Anti-IL-4/13 (Dupilumab) oder Anti-IgE (Omalizumab)
GINA-Stufe 5 (schweres, unkontrolliertes Asthma)
- Hochdosiertes ICS + LABA + LAMA + Biologikum
- Orale Corticosteroide (OCS) nur kurzzeitig bei Exazerbation — Dauer-OCS wegen Nebenwirkungen vermeiden
- Phenotypisierung ist hier entscheidend (eosinophil, allergisch, mixed, paucigranulozytär)
Asthma-Kontrolle und Verlaufskontrolle
Der Asthma Control Test (ACT) ist ein validierter Fragebogen mit 5 Fragen (jeweils 1–5 Punkte, max. 25 Punkte). Auswertung:
- 20–25 Punkte: Gut kontrolliert
- 16–19 Punkte: Teilweise kontrolliert
- ≤ 15 Punkte: Unkontrolliert
Bei Werten unter 20 sollte die Therapie angepasst werden (Step-up). Zusätzlich führt der Arzt alle 3–6 Monate eine Lungenfunktionsprüfung durch.
§ 27 SGB V — Welche Therapien zahlt die Krankenkasse?
§ 27 SGB V (1): „Versicherte haben Anspruch auf Krankenbehandlung, wenn sie notwendig ist, um eine Krankheit zu erkennen, zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder Krankheitsbeschwerden zu lindern.“
Die Krankenkasse übernimmt nach § 27 SGB V die Kosten für:
- Ärztliche Behandlung (Pneumologe, Hausarzt)
- Inhalativa (Controller und Reliever) — Festbeträge oder Einzelverordnung
- Allergietest und ggf. spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung)
- Atemphysiotherapie (Krankengymnastik Atemtherapie, z. B. nach § 32 SGB V i.V.m. Heilmittelkatalog)
- Lungenrehabilitation (stationär oder ambulant, nach § 40 SGB V)
- Peak-Flow-Meter als Hilfsmittel nach § 33 SGB V (PG 15.99)
Für Sauerstofftherapie bei schwerem Asthma oder als Langzeit-Sauerstofftherapie siehe auch unser Beitrag zur COPD-Sauerstofftherapie (Verweis intern).
§ 152 SGB IX — Schwerbehinderung Asthma
§ 152 SGB IX (1): „Auf Antrag des behinderten Menschen stellen die für die Durchführung des Vierzehnten Buches zuständigen Behörden das Vorliegen einer Behinderung und den Grad der Behinderung zum Zeitpunkt der Antragstellung fest.“
Asthma bronchiale kann als Schwerbehinderung anerkannt werden. Der Grad der Behinderung (GdB) richtet sich nach der Versorgungsmedizin-Verordnung (VersMedV), Anlage zu § 2 VersMedV, Abschnitt Atemwege:
| Stufe | Ausprägung | GdS/GdB |
|---|---|---|
| 2 | Mittelschwer, Dauermedikation nötig | 30–40 |
| 3 | Schwer, trotz Therapie häufig Exazerbationen | 50–70 |
| 4 | Schwerste Form, Biologika/OCS-pflichtig | 80–100 |
Ein GdB ab 50 gilt als Schwerbehinderung und bringt Nachteilsausgleiche (Kündigungsschutz, Steuerfreibetrag, Parkerleichterungen, Zusatzurlaub). Wie du den Antrag stellst, welche Fristen gelten und welche VersMedV-Ziffern für Asthma relevant sind, findest du im Detailbeitrag Asthma Schwerbehinderung 2026.
Tipps für den Alltag mit Asthma
- Trigger meiden: Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare, Tabakrauch, kalte Luft, Infekte
- Inhaliertechnik regelmäßig üben — falsche Inhalation ist die häufigste Ursache für unkontrolliertes Asthma
- Schriftlichen Asthma-Aktionsplan mit dem Arzt erstellen (was tun bei Verschlechterung?)
- Impfungen wahrnehmen: Grippe, Pneumokokken, COVID-19 (Infekte sind häufigste Auslöser von Exazerbationen)
- Sport ist erlaubt — nach ärztlicher Absprache und mit Bedarfsmedikament. Lungensportgruppen nach § 44 SGB V werden ärztlich verordnet
- Peak-Flow-Protokoll führen (morgens und abends, bei Veränderungen den Arzt informieren)
Häufige Fragen (FAQ)
Ist Asthma bronchiale heilbar?
Asthma bronchiale ist eine chronische Erkrankung und in den meisten Fällen nicht heilbar. Mit der richtigen Therapie (Stufenplan GINA) und Triggervermeidung können die meisten Betroffenen jedoch ein normales Leben führen — inklusive Sport, Beruf und Familienplanung.
Welcher Arzt ist für Asthma zuständig?
Erste Anlaufstelle ist der Hausarzt. Bei Verdacht auf Asthma oder unklarer Diagnose überweist er zum Pneumologen (Lungenfacharzt). Bei allergischem Asthma kann zusätzlich ein Allergologe hinzugezogen werden.
Brauche ich einen Schwerbehindertenausweis?
Das ist freiwillig — der Schwerbehindertenausweis ist mit einem Antrag verbunden, bringt aber Vorteile (Steuerfreibetrag, Kündigungsschutz ab GdB 50, Parkerleichterungen). Wie du den Antrag stellst, findest du im Detailbeitrag.
Was zahlt die Krankenkasse bei einer Lungenreha?
Nach § 40 SGB V haben Versicherte Anspruch auf eine medizinische Rehabilitation, wenn sie notwendig ist, um eine Behinderung abzuwenden oder eine Pflegebedürftigkeit zu vermeiden. Die Reha wird ärztlich verordnet und von der Krankenkasse oder Rentenversicherung (je nach Kostenträger) für 3 Wochen bewilligt, eine Verlängerung ist möglich.
Kann ich mit Asthma Sport treiben?
Ja, ausdrücklich empfohlen. Geeignet sind Ausdauersportarten wie Schwimmen, Radfahren, Nordic Walking. Wichtig: Aufwärmphase, Bedarfsmedikament bereithalten, bei Kälte ggf. Atemwärmer (Schal vor Mund) verwenden.
Asthma bei Kindern und Jugendlichen
Asthma ist die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter. Etwa 10 % aller Kinder in Deutschland sind betroffen, die meisten erkranken vor dem 5. Lebensjahr. Besonderheiten bei Kindern und Jugendlichen:
- Atemwegsweite: Die Bronchien sind enger als bei Erwachsenen — schon eine leichte Schwellung führt zu deutlicher Atemnot
- Trigger bei Schulkindern: Infekte (Erkältungen), Allergene (Pollen, Hausstaubmilben), Sport im Freien bei Kälte, psychische Belastung
- Diagnostik: Bei Kindern unter 5 Jahren ist eine Spirometrie oft nicht möglich — dann helfen Anamnese, klinische Beobachtung und Verlaufsbeurteilung
- Therapie-Form: Im Kindesalter wird oft ICS-Formoterol als SMART (Single Maintenance and Reliever Therapy) bevorzugt — einfacher, weniger Fehldosierung
- Schulbegleitung / Schulassistenz: Bei schwerem Asthma kann ein Antrag nach § 35a SGB VIII (Eingliederungshilfe) sinnvoll sein
- Eltern-Schulung: Disease-Management-Programm (DMP) Asthma bietet kostenlose Schulungen für Eltern und Kinder
Notfallplan und Exazerbation erkennen
Eine Exazerbation (akute Verschlechterung) erkennst du an folgenden Warnzeichen:
- Zunehmende Atemnot, die das Sprechen erschwert
- Peak-Flow-Abfall um mehr als 20 % unter den persönlichen Bestwert
- Erhöhter Bedarf an Reliever (mehr als 8 Hübe pro Tag)
- Lippen oder Fingernägel werden bläulich (Zyanose)
- Schweißausbrüche, Tachykardie, Unruhe
Sofortmaßnahmen:
- Ruhe bewahren, Betroffenen aufrecht hinsetzen
- 2–4 Hübe des Relievers (z. B. Salbutamol-Spray) mit Spacer
- Nach 10 Minuten: Besserung? Falls nein: weitere 2–4 Hübe
- Bei ausbleibender Besserung nach insgesamt 20 Minuten: Notruf 112 wählen
- Wenn vorhanden: Notfall-Cortison-Tabletten einnehmen (nach ärztlicher Anweisung)
Der schriftliche Asthma-Aktionsplan (Ampel-Schema: Grün/Gelb/Rot) hilft dir, die Situation richtig einzuschätzen. Lass ihn dir von deinem Arzt aushändigen und in der Hausapotheke griffbereit halten.
Cortison – Mythen und Fakten
Inhalative Corticosteroide (ICS) sind die Basistherapie bei Asthma und wirken anti-entzündlich — sie behandeln die Ursache, nicht nur die Symptome. Häufige Mythen:
- „Cortison macht abhängig“ — Falsch. ICS wirken lokal in den Bronchien, nicht im zentralen Nervensystem. Bei korrekter Inhalation ist die systemische Aufnahme gering.
- „Bei Bedarf reicht auch das Spray“ — Falsch. Nur-Reliever-Therapie (SABA allein) ist seit GINA 2019 nicht mehr empfohlen, weil sie Exazerbationen nicht verhindert.
- „ICS haben schwere Nebenwirkungen“ — Bei niedriger bis mittlerer Dosis sind Nebenwirkungen (Heiserkeit, Mundsoor) meist mild und durch Inhaliertechnik + Mundspülung beherrschbar.
Orale Corticosteroide (Tabletten) sind bei kurzzeitiger Anwendung (3–7 Tage bei Exazerbation) sicher und wirksam. Langzeit-OCS dagegen haben erhebliche Nebenwirkungen (Osteoporose, Diabetes, Gewichtszunahme) und werden in Stufe 5 nur noch kurzzeitig eingesetzt.
Prävention und Alltagsmanagement
Langfristig helfen folgende Maßnahmen, Asthma-Anfälle zu reduzieren:
- Sanierung der Wohnung bei Hausstaubmilben-Allergie: milbendichte Bettbezüge, regelmäßiges Lüften, Staubsauger mit HEPA-Filter
- Rauchverzicht — aktiv und passiv. Passivrauchen verschlechtert die Asthmakontrolle signifikant
- Gewichtsmanagement — Adipositas verschlechtert Asthma und spricht schlechter auf ICS an
- Psychosoziale Unterstützung — Asthma kann Angst und Depression verstärken, psychologische Hilfe ist sinnvoll
- Disease-Management-Programm (DMP) Asthma — strukturiertes Behandlungsprogramm der Krankenkassen mit regelmäßigen Kontrollen, Schulungen und Medikationsanpassung. Die Einschreibung ist freiwillig und kostenlos
PKV und Beihilfe: Was Selbstständige und Beamte wissen müssen
Wer privat versichert (PKV) oder beihilfeberechtigt (Beamte) ist, hat andere Abrechnungswege:
- PKV: Arztleistungen werden nach GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) abgerechnet. Inhalativa und Diagnostik sind in der Regel erstattungsfähig, sofern sie medizinisch notwendig sind. Eine Kostenzusage vor Behandlungsbeginn empfiehlt sich bei teuren Therapien (z. B. Biologika ab 20.000 €/Jahr).
- Beihilfe: Beamte erhalten Beihilfe nach Bundes-/Landesbeihilfeverordnung. Der verbleibende Rest wird über eine Anwartschafts- oder Ergänzungsversicherung abgedeckt. Für chronisch Kranke mit hohen Therapiekosten ist die Wahl der Beihilfe-Ergänzung entscheidend.
- Biologika-Kostenübernahme: Bei schwerem Asthma können Biologika (z. B. Dupilumab, Mepolizumab) verordnet werden — Kosten ab 15.000–30.000 € pro Jahr. Die PKV erstattet nach medizinischer Notwendigkeit, die Beihilfe nach den entsprechenden Verordnungen.
- Asthma und Berufsunfähigkeit: Schweres Asthma kann zur Berufsunfähigkeit führen. Eine private BU-Police mit Asthma-Ausschluss sollte frühzeitig geprüft, ggf. nachverhandelt werden.
Impfungen bei Asthma
Infekte sind die häufigste Ursache für Asthma-Exazerbationen. Daher empfiehlt die STIKO (Ständige Impfkommission) folgende Impfungen für Asthma-Patienten:
| Impfung | Empfehlung | Rhythmus |
|---|---|---|
| **COVID-19** | Standard mit jährlicher Auffrischung | Jährlich, Herbst/Winter |
| **Pneumokokken** | Standard für alle mit chronischen Atemwegserkrankungen | Einmalig, ggf. Wiederholung nach 6 Jahren |
| **Keuchhusten (Pertussis)** | Erwachsenen-Auffrischung kombiniert mit Tetanus | Alle 10 Jahre |
| **RSV (Respiratory Syncytial Virus)** | Erwachsene ab 60 Jahren mit Risikofaktoren | Einmalig oder saisonal |
Alle Impfungen werden über die Krankenkassen-Chipkarte abgerechnet (§ 20i SGB V) und sind für den Patienten kostenlos.
Cortison-Spar-Strategien
Langzeit-Cortison (orale Corticosteroide) ist wegen Nebenwirkungen problematisch. Folgende Strategien helfen, Cortison einzusparen:
- Optimale Inhaliertechnik — häufigste Ursache für unkontrolliertes Asthma
- Hohe ICS-Treue — auch bei Symptomfreiheit weiter inhalieren (anti-entzündliche Wirkung)
- Allergen-Karenz + spezifische Immuntherapie bei allergischem Asthma
- Trigger-Management (Infekte, Rauch, Stress)
- Biologika-Therapie bei eosinophilem oder allergischem Asthma — ermöglicht in vielen Fällen das Absetzen von OCS
- Regelmäßige ACT-Kontrolle + Anpassung mit dem Arzt
Wichtige Hinweise
Dieser Beitrag dient der Information und Aufklärung. Er ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Medikamenten-Empfehlungen und Therapie-Anpassungen müssen immer mit dem behandelnden Arzt oder der Ärztin besprochen werden. Bei akuter Atemnot wende dich sofort an den Notruf 112 oder den Ärztlichen Bereitschaftsdienst 116117.
Wenn du rechtliche Unterstützung beim Widerspruch gegen einen Krankenkassen- oder Versorgungsamt-Bescheid brauchst, kannst du dich an einen Sozialrechtsanwalt oder eine Beratungsstelle wenden. Sozialrat Deutschland e. V. unterstützt dich bei der Vorbereitung von Widersprüchen und Anträgen.
Weiterführende Hilfen
- BfArM ICD-10-GM Verzeichnis — offizielle Diagnoseschlüssel (https://www.bfarm.de)
- GINA Global Strategy for Asthma — internationale Leitlinie (https://ginasthma.org)
- Deutsche Atemwegsliga — Patientenorganisation (https://www.atemwegsliga.de)
- Versorgungsmedizin-Verordnung (VersMedV) — Anlage zu § 2 (https://www.gesetze-im-internet.de/versmedv/)
- § 27 SGB V auf gesetze-im-internet.de (https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__27.html)
- § 152 SGB IX auf gesetze-im-internet.de (https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9_2018/__152.html)
Atemphysiotherapie und Rehabilitation
Atemphysiotherapie (Krankengymnastik Atemtherapie) ist eine Heilmittel-Leistung nach § 32 SGB V und wird ärztlich verordnet. Sie umfasst:
- Erlernen der Lippenbremse (Notfall-Atmtechnik bei Atemnot)
- Bauchatmung und Zwerchfelltraining
- Sekretmobilisation (Schleimlösung durch spezielle Techniken)
- Autogene Drainage (bei zähem Schleim)
- Inhalationsschulung (korrekte Anwendung von Dosieraerosolen, Pulverinhalatoren, Spacern)
Ambulante oder stationäre Reha:
Eine pneumologische Rehabilitation wird nach § 40 SGB V ärztlich verordnet und umfasst 3 Wochen (mit Verlängerungsmöglichkeit). Indikationen:
- Schwere, trotz Therapie unkontrollierte Asthma-Verläufe
- Psychosoziale Belastung durch die Erkrankung
- Wiederholte Arbeitsunfähigkeit wegen Asthma
- Schulungsbedarf (besonders bei Kindern und Jugendlichen)
Die Rentenversicherung ist Kostenträger, wenn die Reha die Erwerbsfähigkeit sichern soll. Die Krankenkasse übernimmt, wenn die Reha eine Pflegebedürftigkeit abwenden soll.
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