Kindergeld 2026: Antrag, Fristen und Höhe (§ 62 ff. EStG)
Meta-Title (≤60 Z.): Kindergeld 2026: Antrag, Fristen, Höhe (§ 62 EStG)
Meta-Description (140-160 Z.): Kindergeld 2026: 259 EUR pro Kind + Antrag bei Familienkasse + Fristen (§ 62 ff. EStG). Alles zu Antragstellung, Berechnung, Auszahlung, Widerspruch.
URL-Slug: kindergeld-2026-antrag-fristen
Canonical: https://sozialrat.org/kindergeld-2026-antrag-fristen/
Autor: Salomo Swoboda
Datum: 24.06.2026
Zuletzt geprüft: 24.06.2026
H1: Kindergeld 2026: Antrag, Fristen und Höhe (§ 62 ff. EStG)
Das Kindergeld ist die wichtigste Familienleistung in Deutschland. Es wird unabhängig vom Einkommen gezahlt und beträgt 2026 **259 EUR monatlich pro Kind**. Wir erklären, wo du Kindergeld beantragen kannst, welche Fristen gelten und welche Rechte du bei Ablehnung hast.
Höhe des Kindergeldes 2026
Beträge pro Kind
| Kind | Monatlich | Jährlich |
|—|—|—|
| 1. und 2. Kind | 259 EUR | 3.108 EUR |
| 3. Kind | 259 EUR | 3.108 EUR |
| 4. und weitere Kinder | 259 EUR | 3.108 EUR |
Hinweis: Seit 01.01.2023 ist das Kindergeld unabhängig von der Kinderzahl einheitlich (vorher gestaffelt nach Kinderzahl). Die Höhe beträgt seit 01.01.2026 259 EUR pro Kind (zuvor 255 EUR seit 01.01.2025 und 250 EUR von 01.01.2023 bis 31.12.2024).
Kindergeld für volljährige Kinder
Für volljährige Kinder (ab 18 Jahren) wird Kindergeld unter bestimmten Voraussetzungen weitergezahlt:
Voraussetzungen
1. Kind ist in Deutschland wohnhaft (oder EU-/EWR-Ausland mit Anspruchsgrundlage)
2. Elternteil ist unbeschränkt einkommensteuerpflichtig in Deutschland
3. Kind ist unter 18 (oder unter 25 mit Ausbildung)
Verbatim § 62 EStG (Kindergeldanspruch)
§ 62 Abs. 1 EStG
„(1) ¹ Für Kinder im Sinne des § 63 hat Anspruch auf Kindergeld nach diesem Gesetz, wer 1. im Inland einen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat oder 2. ohne Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Inland a) nach § 1 Absatz 2 unbeschränkt einkommensteuerpflichtig ist oder b) nach § 1 Absatz 3 als unbeschränkt einkommensteuerpflichtig behandelt wird. ² Voraussetzung für den Anspruch nach Satz 1 ist, dass der Berechtigte durch die an ihn vergebene Identifikationsnummer (§ 139b der Abgabenordnung) identifiziert wird.“
§ 62 Abs. 2 EStG (Ausländer)
§ 62 Abs. 2 EStG regelt den Kindergeldanspruch für nicht freizügigkeitsberechtigte Ausländer (Niederlassungserlaubnis, Blaue Karte EU, ICT-Karte, Aufenthaltserlaubnis). Im Beitrag nicht weiter ausgeführt.
Verbatim § 63 EStG (Kindbegriff)
§ 63 Abs. 1 EStG
„(1) ¹ Als Kinder werden berücksichtigt 1. Kinder im Sinne des § 32 Absatz 1, 2. vom Berechtigten in seinen Haushalt aufgenommene Kinder seines Ehegatten, 3. vom Berechtigten in seinen Haushalt aufgenommene Enkel. ² § 32 Absatz 3 bis 5 gilt entsprechend.“
Wichtige Erläuterungen
Antragstellung
Wo beantragen?
Den Antrag auf Kindergeld stellst du bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit. Es gibt Familienkassen in jedem Bundesland.
Anschrift:
Welche Unterlagen?
Für den Antrag brauchst du:
1. Antragsformular KG 1 (Erstantrag)
2. Geburtsurkunde des Kindes (Original oder beglaubigte Kopie)
3. Steuer-ID des Kindes (auf der Geburtsurkunde oder vom Einwohnermeldeamt)
4. Steuer-ID der Eltern (auf der Lohnsteuerbescheinigung)
5. Meldebescheinigung des Kindes (bei Zuzug aus dem Ausland)
6. Sorgerechtsbescheid (bei Alleinerziehenden)
7. Heiratsurkunde (bei Verheirateten, optional)
Wie beantragen?
1. Online: Über das Familienkassen-Portal (www.familienkasse.de)
2. Schriftlich: Antragsformular ausdrucken, ausfüllen, per Post schicken
3. Persönlich: In der Familienkasse vor Ort (in größeren Städten)
Fristen
Wann kann ich beantragen?
Der Antrag auf Kindergeld kann rückwirkend für 6 Monate gestellt werden. Beispiel: Wenn du im Juli 2026 merkst, dass du Kindergeld beantragen musst, kannst du noch rückwirkend ab Februar 2026 beantragen.
Wichtiger Hinweis: Die 6-Monats-Frist beginnt mit dem Monat, in dem die Anspruchsvoraussetzungen vorliegen.
Wann endet der Anspruch?
Der Kindergeldanspruch endet nach § 66 Abs. 2 EStG mit Ablauf des Monats, in dem die Anspruchsvoraussetzungen wegfallen. Typische Endzeitpunkte (Altersgrenzen nach § 32 Abs. 4 EStG):
Auszahlung
Wann wird ausgezahlt?
Das Kindergeld wird monatlich nach § 66 Abs. 2 EStG vom Beginn des Monats an gezahlt, in dem die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. Die Auszahlungstermine sind bundeseinheitlich:
Wohngeld-Kompatibilität
Kindergeld wird nicht auf das Wohngeld angerechnet (kein Einkommen im Sinne des § 14 WoGG).
Bürgergeld-Kompatibilität
Kindergeld wird nicht auf das Bürgergeld angerechnet (kein Einkommen im Sinne des § 11a SGB II).
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Frage 1: Wann bekomme ich das erste Kindergeld?
Wenn du den Antrag im Monat der Geburt stellst, beginnt das Kindergeld ab dem Geburtsmonat. Beispiel: Geburt am 15.03.2026, Antrag am 20.03.2026 → Kindergeld ab März 2026.
Frage 2: Bekomme ich auch für nichteheliche Kinder Kindergeld?
Ja, leibliche Kinder haben unabhängig vom Familienstand Anspruch auf Kindergeld. Bei nichtehelichen Kindern muss der leibliche Vater den Antrag stellen (oder die Mutter, wenn sie das Sorgerecht hat).
Frage 3: Bekomme ich auch für Stiefkinder Kindergeld?
Ja, Stiefkinder (Kinder deines Ehegatten) sind nach § 63 Abs. 1 Nr. 2 EStG kindergeldberechtigt, wenn sie in deinen Haushalt aufgenommen wurden.
Frage 4: Bekomme ich auch für volljährige Kinder Kindergeld?
Ja, für volljährige Kinder unter bestimmten Voraussetzungen (siehe oben).
Frage 5: Bekomme ich für mein Enkelkind Kindergeld?
Ja, wenn du das Enkelkind in deinen Haushalt aufgenommen hast (Pflegekind-Verhältnis).
Frage 6: Was passiert, wenn ich umziehe?
Bei Umzug innerhalb Deutschlands musst du der Familienkasse die neue Adresse mitteilen. Das Kindergeld läuft weiter.
Frage 7: Was passiert, wenn ich ins Ausland ziehe?
Bei Umzug ins Ausland (Nicht-EU-Land) endet der Kindergeldanspruch in der Regel. Ausnahmen gelten für EU-/EWR-Staaten und Länder mit Sozialversicherungsabkommen.
Frage 8: Kann ich Kindergeld rückwirkend beantragen?
Ja, rückwirkend für bis zu 6 Monate.
Frage 9: Wie viel Kindergeld bekomme ich für 3 Kinder?
Pro Kind 259 EUR. Bei 3 Kindern also 777 EUR monatlich.
Frage 10: Wird Kindergeld auf das Einkommen angerechnet?
Nein, Kindergeld ist unabhängig vom Einkommen der Eltern.
Frage 11: Was passiert, wenn ich den Antrag zu spät stelle?
Du verlierst den Anspruch für die vergangenen Monate, die außerhalb der 6-Monats-Frist liegen.
Frage 12: Was passiert, wenn das Kind auszieht?
Wenn das volljährige Kind auszieht, endet der Kindergeldanspruch nur dann, wenn die Anspruchsvoraussetzungen nach § 62 EStG wegfallen (z.B. kein Haushalt-Aufgenommener mehr, kein Inlands-Wohnsitz). Bei Erstausbildung bleibt der Anspruch nach § 32 Abs. 4 S. 1 Nr. 2a EStG bis 25 Jahre bestehen.
Widerspruch und Klage
Widerspruch
Wenn dein Kindergeld-Antrag abgelehnt wird, kannst du innerhalb eines Monats Einspruch einlegen (§ 347 AO, Frist § 355 Abs. 1 AO). Der Einspruch hat grundsätzlich aufschiebende Wirkung (§ 361 AO). Bei sofortiger Vollziehbarkeit kannst du Aussetzung der Vollziehung beantragen (§ 361 AO, § 69 FGO).
Widerspruchsstelle: Familienkasse, die den Bescheid erlassen hat
Klage
Wenn der Widerspruch abgelehnt wird, kannst du Klage vor dem Finanzgericht erheben (Frist: 1 Monat nach Bekanntgabe des Widerspruchsbescheids).
Wichtiger Hinweis: Vor dem Finanzgericht besteht kein Anwaltszwang. Du kannst dich selbst vertreten.
Berechnungsbeispiel
Familie mit 3 Kindern
Sachverhalt: Familie M. hat 3 Kinder (6, 9 und 12 Jahre). Vater arbeitet Vollzeit, Mutter Teilzeit.
Berechnung:
1. Kind 1: 259 EUR/Monat
2. Kind 2: 259 EUR/Monat
3. Kind 3: 259 EUR/Monat
4. Gesamt: 777 EUR/Monat, 9.324 EUR/Jahr
Hinweis: Der Kinderfreibetrag wird zusätzlich beim Einkommensteuerausgleich berücksichtigt.
Checkliste: Kindergeld beantragen
Beratungsstellen
Quellen
Hinweis Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG): Kindergeld ist eine steuerliche Familienleistung. Bei komplexen Fragen wende dich an einen Steuerberater oder Rechtsanwalt für Steuerrecht.
Verbatim § 64 EStG (Zusammentreffen mehrerer Ansprüche)
§ 64 Abs. 1 EStG
„(1) Für jedes Kind wird nur einem Berechtigten Kindergeld gezahlt.“
§ 64 Abs. 2 EStG
„(2) ¹ Bei mehreren Berechtigten wird das Kindergeld demjenigen gezahlt, der das Kind in seinen Haushalt aufgenommen hat. ² Ist ein Kind in den gemeinsamen Haushalt von Eltern, einem Elternteil und dessen Ehegatten, Pflegeeltern oder Großeltern aufgenommen worden, so bestimmen diese untereinander den Berechtigten. ³ Wird eine Bestimmung nicht getroffen, so bestimmt das Familiengericht auf Antrag den Berechtigten.“
Verbatim § 65 EStG (Andere Leistungen für Kinder)
§ 65 Abs. 1 EStG (Ausschluss vergleichbarer Leistungen)
„(1) ¹ Kindergeld wird nicht für ein Kind gezahlt, für das eine der folgenden Leistungen zu zahlen ist oder bei entsprechender Antragstellung zu zahlen wäre: 1. Leistungen für Kinder, die im Ausland gewährt werden und dem Kindergeld … vergleichbar sind, 2. Leistungen für Kinder, die von einer zwischen- oder überstaatlichen Einrichtung gewährt werden und dem Kindergeld vergleichbar sind.“
Wichtige Hinweise
Auszahlungszeitraum
Die Auszahlungsmodalitäten sind in § 66 Abs. 2 EStG geregelt (Beginn ab Erfüllung der Anspruchsvoraussetzungen bis Ende des Monats, in dem sie wegfallen). Die genauen Auszahlungstermine (1.–5. des Monats) sind bundeseinheitlich und können sich durch Bundesbank-Feiertage verschieben.
Verbatim § 66 EStG (Höhe, Zahlungszeitraum)
§ 66 Abs. 1 EStG (Höhe des Kindergeldes)
„(1) Das Kindergeld beträgt monatlich für jedes Kind 259 Euro.“
Wichtige Hinweise
Verjährung
Der Kindergeldanspruch verjährt nach 4 Jahren (§ 169 AO analog). Die Verjährung beginnt mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem der Anspruch entstanden ist. Die Festsetzungsfrist beträgt 4 Jahre (§ 169 AO), die Zahlung rückwirkend nur 6 Monate (§ 70 Abs. 1 S. 2 EStG).
Verbatim § 67 EStG (Antrag)
§ 67 Abs. 1 EStG (Antrag)
„(1) ¹ Das Kindergeld ist bei der zuständigen Familienkasse elektronisch nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz über die amtlich vorgeschriebene Schnittstelle zu beantragen; die Familienkasse kann auf die elektronische Antragstellung verzichten, wenn das Kindergeld schriftlich beantragt und der Antrag vom Berechtigten eigenhändig unterschrieben wird. ² Den Antrag kann außer dem Berechtigten auch stellen, wer ein berechtigtes Interesse an der Leistung des Kindergeldes hat.“
Altersgrenzen (Hinweis)
Die Altersgrenzen für das Kindergeld (18 / 21 / 25 Jahre) ergeben sich aus § 32 Abs. 4 EStG, nicht aus § 67 EStG. Im Überblick:
Verbatim § 68 EStG (Mitwirkungspflichten)
§ 68 Abs. 1 EStG (Mitwirkungspflichten)
„(1) ¹ Wer Kindergeld beantragt oder erhält, hat Änderungen in den Verhältnissen, die für die Leistung erheblich sind oder über die im Zusammenhang mit der Leistung Erklärungen abgegeben worden sind, unverzüglich der zuständigen Familienkasse mitzuteilen. ² Ein Kind, das das 18. Lebensjahr vollendet hat, ist auf Verlangen der Familienkasse verpflichtet, an der Aufklärung des für die Kindergeldzahlung maßgebenden Sachverhalts mitzuwirken.“
Hinweis: Keine Einkommensgrenze für volljährige Kinder (§ 32 Abs. 4 EStG)
Seit dem 01.01.2012 gibt es für volljährige Kinder beim Kindergeld keine Einkommensgrenze mehr. Die frühere Regelung in § 32 Abs. 4 S. 2 EStG a.F. (Grenzbetrag für eigene Einkünfte und Bezüge) ist entfallen. Ein eigenes Einkommen des volljährigen Kindes (z.B. aus Ausbildungsvergütung, geringfügiger Beschäftigung oder Werkstudentenjob) ist daher unschädlich, solange das Kind die Altersvoraussetzungen nach § 32 Abs. 4 EStG (18/21/25 Jahre) erfüllt und die übrigen Voraussetzungen (Erstausbildung, keine volle Erwerbstätigkeit über 20 Stunden/Woche) vorliegen.
Wichtige Hinweise zur aktuellen Rechtslage (seit 2012):
Verbatim § 69 EStG (Datenübermittlung an Familienkassen)
§ 69 EStG (Datenübermittlung an die Familienkassen)
„(1) ¹ Erfährt das Bundeszentralamt für Steuern, dass ein Kind, für das Kindergeld gezahlt wird, verzogen ist oder von Amts wegen von der Meldebehörde abgemeldet wurde, hat es der zuständigen Familienkasse unverzüglich die in § 139b Absatz 3 Nummer 1, 3, 5, 8 und 14 der Abgabenordnung genannten Daten zum Zweck der Prüfung der Rechtmäßigkeit des Bezugs von Kindergeld zu übermitteln. ² Die beim Bundeszentralamt für Steuern gespeicherten Daten für ein Kind … werden auf Anfrage auch den Finanzämtern zur Prüfung der Rechtmäßigkeit der Berücksichtigung der Freibeträge nach § 32 Absatz 6 zur Verfügung gestellt.“
Wichtige Hinweise (Rechtsbehelfe richten sich NICHT nach § 69 EStG)
Rechtsbehelfe gegen Kindergeld-Bescheide richten sich nach folgenden Vorschriften:
Klage vor dem Finanzgericht
Wenn der Einspruch abgelehnt wird, kannst du Klage vor dem Finanzgericht erheben (Frist: 1 Monat nach Bekanntgabe des Einspruchsbescheids).
Verbatim § 70 EStG (Festsetzung und Auszahlung)
§ 70 Abs. 1 EStG (Festsetzung und Zahlung)
„(1) ¹ Das Kindergeld nach § 62 wird von den Familienkassen durch Bescheid festgesetzt und ausgezahlt. ² Die Auszahlung von festgesetztem Kindergeld erfolgt rückwirkend nur für die letzten sechs Monate vor Beginn des Monats, in dem der Antrag auf Kindergeld eingegangen ist. ³ Der Anspruch auf Kindergeld nach § 62 bleibt von dieser Auszahlungsbeschränkung unberührt.“
Erstattung von Überzahlungen (§ 70 regelt nur Festsetzung)
§ 70 EStG regelt die Festsetzung und die 6-Monats-Rückwirkung, nicht die Erstattung von Überzahlungen. Für die Erstattung gelten:
Bagatellgrenze
Für Kindergeld-Rückforderungen nach § 50 SGB X gibt es keine spezielle Bagatellgrenze. Überzahlungen werden auch bei kleinen Beträgen zurückgefordert; in der Praxis wird bei Kleinstbeträgen (< 5 EUR) häufig auf eine Rückforderung verzichtet.
Kindergeld und Kinderzuschlag
Was ist der Kinderzuschlag?
Der Kinderzuschlag (§ 6a BKGG) ist eine zusätzliche Leistung für Familien mit niedrigem Einkommen. Er wird zusätzlich zum Kindergeld gezahlt.
Höhe des Kinderzuschlags 2026
Voraussetzungen
1. Kindergeldbezug: für das betreffende Kind
2. Mindesteinkommen: mind. 600 EUR (Elternpaar) bzw. 400 EUR (Alleinerziehende) Brutto-Erwerbseinkommen
3. Höchsteinkommen: das Einkommen übersteigt nicht eine bestimmte Grenze
4. Keine Hilfebedürftigkeit: kein Bezug von Bürgergeld
Antragstellung
Den Kinderzuschlag beantragst du bei der Familienkasse. Das Antragsformular heißt „KiZ“ (Kinderzuschlag).
Kindergeld und Elterngeld
Unterschiede
| Aspekt | Kindergeld | Elterngeld |
|—|—|—|
| Anspruch | ab Geburt | ab Geburt, max. 14 Monate |
| Höhe | 259 EUR/Monat pro Kind | 65% des Einkommens, max. 1.800 EUR/Monat |
| Antrag | Familienkasse | Elterngeldstelle |
| Einkommensgrenze | keine | ja |
| Bezugsdauer | dauerhaft | max. 14 Monate |
Kombination
Kindergeld und Elterngeld können parallel bezogen werden.
Kindergeld im EU-Ausland
EU-Verordnung
In EU-Ländern gilt die EU-Koordinierungsverordnung (VO (EG) 883/2004). Wenn du in einem EU-Land arbeitest und in einem anderen EU-Land wohnst, hat in der Regel das Arbeitsland den Vorrang beim Kindergeld.
Beispiel
Sachverhalt: Deutscher arbeitet in den Niederlanden, wohnt aber in Deutschland. Kinder wohnen in Deutschland.
Regelung:
Praxistipp: Beantrage das ausländische Kindergeld und informiere die deutsche Familienkasse.
Kindergeld im Nicht-EU-Ausland
Anspruch
Im Nicht-EU-Ausland (z.B. USA, Schweiz, Türkei) besteht in der Regel kein Anspruch auf deutsches Kindergeld. Ausnahmen gelten für Länder mit Sozialversicherungsabkommen.
Schweiz
Für die Schweiz gilt das Freizügigkeitsabkommen zwischen der EU und der Schweiz. Schweizer mit Aufenthalt in Deutschland können unter Umständen deutsches Kindergeld erhalten.
Türkei
Für die Türkei gibt es kein Sozialversicherungsabkommen für Kindergeld. Anspruch besteht nur, wenn das Kind in Deutschland lebt.
Wichtige Hinweise
1. Meldepflicht bei Änderungen
Du musst der Familienkasse Änderungen melden, die sich auf den Kindergeldanspruch auswirken:
2. Steuerliche Auswirkungen
Das Kindergeld wird auf die Einkommensteuer angerechnet (negative Einkommensteuer). Im Rahmen der Einkommensteuererklärung wird geprüft, ob das Kindergeld ausreichend war oder ob zusätzlich der Kinderfreibetrag (§ 32 EStG) günstiger wäre.
3. Zusammenveranlagung
Verheiratete Eltern können wählen, wer das Kindergeld erhält (in der Regel ein Elternteil). Bei nichtverheirateten Eltern erhält in der Regel die Mutter das Kindergeld.
Mehrlingskindergeld und Spezialfälle
Mehrlingskindergeld
Bei Mehrlingen (Zwillinge, Drillinge) wird das Kindergeld für jedes Kind separat gezahlt.
Beispiel:
Zusätzlich gibt es einen Entlastungsbetrag für Mehrlinge in Höhe von 200 EUR pro Mehrlingskind (Sonderleistung in einigen Bundesländern).
Kindergeld für Adoptivkinder
Für Adoptivkinder wird Kindergeld ab dem Tag der Adoption gezahlt, frühestens ab dem Tag der Geburt des Kindes.
Beispiel:
Kindergeld für Pflegekinder
Für Pflegekinder wird Kindergeld gezahlt, wenn:
Kindergeld für Enkelkinder
Für Enkelkinder wird Kindergeld gezahlt, wenn:
Wichtige Sonderfälle
1. Kindergeld bei Bezug von Bürgergeld
Kindergeld wird nicht auf das Bürgergeld angerechnet (§ 11a Abs. 2 SGB II). Allerdings wird der Kinderregelsatz im Bürgergeld gezahlt.
Beispiel: Familie mit 2 Kindern, Bürgergeld:
Hinweis: Kindergeld ist im Bürgergeld-Bezug eine wichtige Zusatzleistung. Stelle sicher, dass du das Kindergeld beantragst!
2. Kindergeld bei Bezug von Wohngeld
Kindergeld wird nicht auf das Wohngeld angerechnet (kein Einkommen im Sinne des § 14 WoGG).
3. Kindergeld und Kinderfreibetrag
Das Kindergeld wird im Rahmen der Einkommensteuererklärung auf den Kinderfreibetrag angerechnet. Der Kinderfreibetrag ist in der Regel günstiger bei hohem Einkommen.
4. Kindergeld bei Umzug ins Ausland (außerhalb EU)
Bei Umzug ins Nicht-EU-Ausland endet der Kindergeldanspruch in der Regel. Ausnahmen: Länder mit Sozialversicherungsabkommen (z.B. Schweiz, Israel).
5. Kindergeld bei Bezug von Arbeitslosengeld II (Bürgergeld)
Das Jobcenter fordert die Eltern auf, Kindergeld zu beantragen (§ 12 SGB II analog). Wenn das Kindergeld nicht beantragt wird, kann das Bürgergeld um den Betrag gekürzt werden.
6. Kindergeld und Unterhaltsvorschuss
Der Unterhaltsvorschuss (§ 1 UVG) wird für Kinder gezahlt, deren anderer Elternteil keinen Unterhalt zahlt. Kindergeld wird auf den Unterhaltsvorschuss angerechnet (§ 2 Abs. 2 UVG).
Beispiel: Kind erhält 200 EUR Unterhaltsvorschuss und 259 EUR Kindergeld:
7. Kindergeld und Elterngeld
Elterngeld ist eine Entgeltersatzleistung und wird nicht auf das Kindergeld angerechnet.

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